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AMIET, CUNO

Solothurn 1868 - 1961 Oschwand

"Rote Blumen in blauer Vase".


Öl auf Leinwand,
mgr. u. dat. (19)11 u.r.,
40x32 cm

Verso a. Keilrahmen Stpl.: Gebrüder Scholl, Künstlermagazin, Zürich.

Das angebotene Gemälde ist beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändige Arbeit von Cuno Amiet registriert (Inventar-Nr. 170921 0013). Es wurde ausserdem in das Oeuvreverzeichnis aufgenommen, das von SIK-ISEA online gestellt und laufend erweitert wird (Katalog-Nr. 1911.46).

Schon als 15-Jähriger schuf Cuno Amiet 1883 sein erstes Selbstbildnis, ein Jahr später trat er ins Atelier von Frank Buchser ein. Im Herbst 1886 begab er sich zu Studienzwecken an die Münchner Kunstakademie, wo er auf zahlreiche Schweizer Künstler traf. Prägend wurde die Begegnung mit Giovanni Giacometti, aus der sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Beeindruckt von der modernen französischen Malerei, die sie zusammen auf der Internationalen Kunstausstellung 1888 im Münchner Glaspalast sahen, beschlossen die beiden Künstler, ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen. Unzufrieden mit dem konventionellen Unterricht an der Académie Julian, verliess Amiet nach mehrjährigem Aufenthalt im Mai 1892 die französische Metropole und ging ins bretonische Pont-Aven, wo er sich von der Tonmalerei abwandte und in reinen, leuchtenden Farben zu malen begann. Im Juni 1893 kehrte er aus finanziellen Gründen in die Schweiz zurück, machte die Bekanntschaft mit Ferdinand Hodler und Giovanni Segantini und beschäftigte sich unter ihrem Einfluss mit monumentaler Dekorationsmalerei. 1898 heiratete er und zog auf die Oschwand, beteiligte sich aber weiterhin an internationalen Ausstellungen. 1904 begann die expressionistische Phase im Schaffen Amiets, und 1906 trat er auf Einladung von Erich Heckel der Künstlergemeinschaft "Brücke" bei. Einerseits unternahm er wiederholt Reisen, um mit den Strömungen der Avantgarde vertraut zu bleiben, anderseits wurde sein 1908 auf der Oschwand errichtetes Haus mit Atelier zu einem vielbesuchten Treffpunkt von Künstlern und Literaten. 1931 gingen beim Brand des Münchner Glaspalastes sämtliche 50 ausgestellten Arbeiten von Amiet verloren, darunter Hauptwerke der Frühzeit. Dennoch bleibt das Gesamtoeuvre mit rund 4000 Gemälden, zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie einigen Plastiken beeindruckend sowohl in seiner Vielfalt als auch bezüglich der künstlerischen Qualität.

Das vorliegende, in Cuno Amiets bedeutender Schaffenszeit entstandene Werk, zeugt von dem Bestreben, die Strömungen der expressionistischen deutschen und französischen (Pont-Aven beeinflussten) Kunst zu vereinigen. Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der Kunst van Goghs bot 1908 beispielsweise die van Gogh-Ausstellung im Zürcher Künstlerhaus, in Deutschland war er zeitweise Mitglied der Brücke. "Rote Blumen in blauer Vase" besticht dabei durch die Verwendung der reinen Farben und deren kontrastreiche Einsetzung.

Estimation CHF 60'000
EUR 57'692
USD 64'516

Ausrufzeit: 10.11.2017, circa 19.00 Uhr (+/- 45 Min.)
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, Fax +41 31 560 10 70 und per Brief entgegengenommen.
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