A140 Herbst 2025 : Internationale Kunst

81 Internationale Kunst 442 SCHUMACHER, EMIL (HAGEN 1912 – 1999 SAN JOSÉ/IBIZA) «TERASSENGARTEN». Öl auf Leinwand, sig. u. dat. (19)53 u.r., verso a. Keilrahmen betitelt, 36 x 46 cm CHF 20000.– / EUR 22000.– Provenienz: Sammlung Viktor Keil, Kassel; Christie‘s, London, 28. Juni 2001, Lot-Nr. 603; Privatbesitz, Schweiz. Ausstellung: L‘Art en Europe – Les années décisives. 1945-1953, Musée d‘Art Moderne, Saint-Etienne, 10. Dezember 1987 – 28. Februar 1988. Literatur: Christoph Brockhaus/Karl Ruhrberg, Emil Schumacher, Bonn 1987, S. 25 (mit ganzseitiger Abbildung). Auf Wunsch seiner Eltern studierte Emil Schumacher 1932-1935 Werbegrafik an der Kunstgewerbeschule in Dortmund. Anschliessend arbeitete er als Maler und Lithograf, und 1939-1945 wurde er als technischer Zeichner für einen Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Schuf er nach dem Krieg unter dem Einfluss von Christian Rohlfs zunächst kubistische Landschaften, so fand er ab 1951 – unter dem Eindruck eines Parisaufenthal- tes und durch die Begegnung mit Wols – zu einer dem Tachismus nahestehenden, graffitihaften Bildsprache, bei der die Farbe als reine Materie zum Einsatz gelangte und durch reliefartigen Auftrag an Tiefe gewinnen sollte. Diese Tendenz setzte sich fort, als Schumacher seine Bilder unter Miteinbezug von Materialien wie Blei, Asphalt und Papier, aber auch durch die Traktierung der Maloberfläche mit Hammerschlägen zu «Objekten» zwischen Malerei und Relief entwickelte. Diese konsequente Haltung, den künstlerischen Entstehungsprozess zum eigentlichen Thema eines Wer- kes zu machen, brachte er 1952 als Gründungsmitglied in die Frankfurter Künstlergruppe «Quadriga» ein, der auch Karl Otto Götz und Bernhard Schultze angehörten. 1958-1960 dozierte Schumacher an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, gefolgt von Lehraufträgen an den Akademien von Karlsruhe (1966-1977) und Minneapolis (1967/68).

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