A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst

22 Internationale Kunst 325 JONGKIND, JOHAN BARTHOLD (LATTROP 1819 – 1891 SAINT-ÉGRÈVE BEI GRENOBLE) DER HAFEN VON ROTTERDAM VOR DEM HOOFDPOORT (HAUPTTOR). Öl auf Leinwand, sig. u. dat. 1846 u.r., 42 x 55 cm CHF 45000.– / EUR 51000.– Provenienz: George Lutz, Paris, bis 1902; Sammlung Zygomalas, Marseille; Collection Wilson, Paris; Galerie Georges Petit, Paris, 7. Dezember 1923, Nr. 15; Privatbesitz, Frankreich; Christie's, Amsterdam. 10. Juni 2006, Lot-Nr. 143; Koller Auktionen, Genf, 13. November 2006, Lot-Nr. 154; Privatbesitz, Schweiz. Literatur: Étienne Moreau-Nélaton, Jongkind raconté par lui-même, Paris 1918 (mit Abbildung Nr. 34); Paul Colin, J.-B. Jongkind, Paris 1931 (mit Abbildung Nr. 3); Victorine Hefting, Jongkind. Sa vie, son oeuvre, son époque, Paris 1975, S. 104, Nr. 147 (mit Abbildung); Adolphe Stein et al., Jongkind. Catalogue critique de l'oeuvre, Peintures I, Paris 2003, S. 111, Nr. 161 (mit Abbildung). Johan Barthold Jongkind arbeitete zunächst im Büro eines Notars und besuchte anschliessend die Kunstakademie in Den Haag, wo er vom Land- schaftsmaler Andreas Schelfhout unterrichtet wurde. Nach der Beteiligung an verschiedenen Ausstellungen ging er 1846 nach Paris und arbeitete im Atelier von Eugène Isabey. In den folgenden Jahren litt Jongkind fortwährend unter finanziellen Problemen, denen seine Freunde Corot, Isabey, Rousseau und Bonvin mit Versteigerungen seiner Bilder zu begegnen suchten. Ab 1860 befreite er sich stilistisch von seinen Vorbildern. Mit der Zeichenlehrerin Josephine Fesser fuhr er mehrmals nach Honfleur, traf dort auf Monet, Boudin und Baudelaire und unternahm Reisen nach Genf, Südfrankreich und Belgien. 1878 liess er sich endgültig in Fessers Haus bei Grenoble nieder, wo er später in geistiger Umnachtung starb. Im angebotenen Werk erkennt man im Hintergrund links den von vielen niederländischen Künstlern festgehaltene Oude Hoofdpoort, das alte Haupttor des Rotterdamer Hafens. Das Gebäude war ein eindrücklicher, aus blauem Kalkstein errichteter und mit charakteristischer Turmspitze ausgezeichneter Renaissancebau, der 1856 trotz massiver Proteste der Stadtbevölkerung abgebrochen wurde. Oude Hoofdpoort, Aufnahme ca. 1850. Bildnis Jongkinds, von Gustave Courbet gemalt, ca. 1860.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ4OTU=