A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst
27 Internationale Kunst 333 RAFFAËLLI, JEAN-FRANÇOIS (1850 PARIS 1924) BRETONISCHER BAUER BEI DER RAST AUF EINER STEINBANK. Öl auf Malkarton, sig. u.r., 40,5 x 33 cm CHF 7500.– / EUR 8400.– Provenienz: Auktionshaus Dobiaschofsky, Bern, 21. Oktober 1977, Lot-Nr. 632; Privatbesitz, Schweiz. Jean-François Raffaëlli, Spross einer Familie italienischer Abstammung, wuchs in Paris auf. Nach flüchtigen Engagements in der Musik- und Theaterwelt wandte sich der Franzose bald schon der Malerei zu und studierte beim Historienmaler, Orientalisten und Bildhauer Jean-Léon Gérô- me an der École des Beaux-Arts seiner Geburtsstadt. 1870 nahm er erstmals am Salon de Paris teil. Geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Realismus und Impressionismus, malte Raffaëlli neben Landschaften vorzugsweise Arbeiter- und Strassenszenen in den Pariser Vororten sowie Porträts. Auf Einladung von Edgar Degas beteiligte er sich 1880 und 1881 an den Salons der Impressionisten. Nach 1889 rückten Pariser Strassenszenen ins Zentrum seiner Motivpalette. In den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende setzte sich der Künstler hauptsächlich mit druckgrafischen Prozessen auseinander und entwickelte eine neue Technik der Farbradierung. Diese wurde durch eine eigens gegründete Société vermarktet, der auch Mary Cassett und Camille Pissarro angehörten. Daneben entstanden einige Skulpturen, die heute zumeist nur noch durch Fotografien dokumentiert sind.
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