A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst

28 Internationale Kunst 334 COURBET, GUSTAVE (ORNANS 1819 – 1877 LA TOUR-DE-PEILZ) LA CLAIRIÈRE. Öl auf Leinwand, sig. u.l., 43 x 64,5 cm CHF 90000.–* / EUR 100000.–* Echtheitsbestätigung: Das Gemälde wurde 2007 von Jean-Jacques Fernier und Sara Faunce authentifiziert. Provenienz: Collection Hoschedé, Durand-Ruel, Paris, 20. April 1875, Lot-Nr. 37; Collection Febvre, Paris; Sotheby‘s, New York, 23. Oktober 2007, Lot-Nr. 147 (verso Etikett); Christie‘s, London, 13. Juli 2017, Lot-Nr. 83; Privatbesitz, Schweiz. Literatur: Robert Fernier, La vie et l‘oeuvre de Gustave Courbet, Lausanne-Paris 1978, Bd. 2, S. 32, Nr. 581. Das angebotene Gemälde wird in die 1860er Jahre datiert. Gustave Courbet wuchs in einer gutbürgerlichen Familie auf und studierte 1837-1840 Jura am Collège Royal in Besançon. Er brachte sich auf autodidaktischem Weg das Malen nach Werken der grossen Barockmeister bei und nahm Zeichenunterricht bei Charles Antoine Flajoulot. 1840 kam er nach Paris und hielt sich in den Ateliers von Carl von Steuben und Père Suisse auf. Nach einigen Rückschlägen gelang es ihm 1848, einige Bilder im Pariser Salon zu präsentieren, die teils Anerkennung brachten, teils aber auch auf Unverständnis stiessen. Dank der Bekanntschaft mit seinem Förderer, dem Kunstsammler und Alfred Bruyas, konnte Courbet fortan von seiner Malerei leben. Nachdem anlässlich der Weltausstel- lung 1855 ein Teil von Courbets Werkeinlieferung abgelehnt worden war, errichtete der Künstler die Gegenausstellung «Pavillon du Réalisme», um auf diesem Weg mit seinen Bildern an die Öffentlichkeit zu gelangen. In den Folgejahren festigte sich Courbets Ruf. Obwohl der Künstler sich zeitlebens sehr unterschiedlichen Thematiken gewidmet hat, blieb er stets den Sujets des Alltags treu, was sich auch in seiner demokratisch- revolutionären Weltanschauung ausdrückte. Sein politisches Engagement wurde fälschlicherweise zum Anlass genommen, ihn in Verantwortung für den Sturz der Pariser Vendôme-Säule 1871 zu ziehen. Aufgrund der hohen, für ihn nicht aufzubringenden Geldstrafe floh er 1873 nach La Tour-de-Peilz in der Nähe von Vevey. Seiner Hoffnung auf Begnadigung und Rückkehr nach Paris zum Trotz musste er schliesslich die Veräusse- rung seiner Pariser Besitztümer erleben. In dieser letzten Schaffensperiode stellte er nur noch wenige seiner berühmten Gemälde fertig, die ihn als bedeutenden Vertreter des Realismus bekannt gemacht hatten. Courbet, ca. 1860. Courbet in seinem Atelier, nach 1870.

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