A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst

34 Internationale Kunst 342 UTRILLO, MAURICE (PARIS 1883 – 1955 DAX) AVENUE DES TILLEULS/»EGLISE DE MONTMAGNY (SEINE-ET-OISE)». Öl auf Malkarton, auf Leinwand, sig. u.r. sowie betitelt u.l., 52 x 66 cm CHF 190000.–* / EUR 210000.–* Expertise: Gilbert Pétridès, Paris, 26. Juni 2007, Nr. 28‘178; Jean Fabris, Pierrefitte-sur-Seine, 29. Juni 2007, Nr. 1223. Provenienz: Galerie Paul Pétridès, Paris (verso Etikett); Christie‘s, Paris, 14. April 2021, Lot-Nr. 109; Privatbesitz, Schweiz. Ausstellungen: Valadon, Huiles et dessins de 1889 à 1938. Utrillo, Huiles et gouaches de 1905 à 1950, Tokyo etc. (Mitsukoshi), Mai - August 1972, Nr. 31 (mit Abbildung). Literatur: Paul Pétridès, L‘oeuvre complet de Maurice Utrillo, Paris 1962, Bd. 2, S. 510, Nr. 1220 (mit Abbildung S. 511). Das angebotene Gemälde entstand 1929. Maurice Utrillo, Sohn der Malerin Suzanne Valadon, begann 1904 auf Empfelung der Mutter zu malen, zunächst in seiner unmittelbaren Umgebung in den Strassen von Montmartre. 1909 zeigte er seine Arbeiten erstmals auf dem Salon d‘Automne und 1912 auf dem Salon des Indépendants. Die «weisse Periode» zwischen 1909 und 1914 gilt als Höhepunkt seines Schaffens. In dieser Zeit beschränkte er seine Malpalette auf Weiss- und Grautöne und mischte ungewohnte Materialien wie Sand oder Gips unter die Farben, um seinen Bildern mehr Stofflichkeit zu verleihen. Utrillos Werk fand internationale Anerkennung. 1928 wurde ihm vom französischen Staat das Kreuz der Ehrenlegion verliehen. Vom Impressionismus aus- gehend wurde er populär für seine Schilderungen von Paris und insbesondere des Montmartre. Seine Interpretationen verbreiteten ein poetisch- romantisches Bild des Künstlerviertels. Im angebotenen Gemälde hielt Maurice Utrillo die für ihn nicht unbedeutsame Gemeinde Montmagny fest. Hier hielt er sich am Anfang seiner Künstlerkarriere zur Genesung der Alkoholsucht auf und schuf um 1904-1906 etliche Ansichten der Gemeinde. Wie in anderen Arbeiten gliedert auch hier ein Mauerzug die Bildfläche und lenkt den Blick des Betrachters den Alleebäumen entlang zum Turm der Kirche Saint-Thomas. Die Komposition verströmt eine ruhige, heitere Atmosphäre, die der Künstler mittels Verwendung einer hellen Farbpalette erzielte.

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