A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst
43 Internationale Kunst 354 BRANCACCIO, CARLO (NEAPEL 1861 – 1920 PARIS) «VENICE. LE GRAN CANAL». Öl auf Leinwand, sig. u. bez. «Venezia» u.r., verso a. Etikett betitelt u. num. 1781, 75,5 x 123 cm CHF 12000.– / EUR 13000.– Carlo Brancaccio sollte ursprünglich Mathematiker werden. Das eintönige Studium brach er jedoch zu Gunsten einer Lehre beim neapolitanischen Landschaftsmaler Edoardo Dalbono ab. Rasch spezialisierte er sich auf Ansichten der stark wachsenden Stadt Neapel mit ihren neuen Alleen, Fabriken und dem grossen Hafen, wo erste Dampfschiffe einfuhren. Doch Brancaccio war nicht nur ein Chronist der pulsierenden Moderne, er hielt auch das dörfliche Leben, raue Küstenstriche und unberührte Landschaften mit feinem Pinsel fest. In seiner Heimatstadt gehörte er zu Lebzeiten zu den wichtigsten Malern, selbst wenn sein fast schon impressionistischer Stil für Italien ungewöhnlich war. Wie regelmässige Galerieverkäufe in Paris, London, München und Buenos Aires belegen, waren seine Werke im Ausland überaus gefragt.
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