A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst

59 Internationale Kunst 375 MEIER, THEO (AUCH THEOMEIER) (BASEL 1908 – 1982 BERN) «JUNGE BALINESIN MIT SCHMETTERLING». Öl auf Leinwand, sig. u. dat. (19)74 o.l., 84 x 63,5 cm CHF 16000.– / EUR 18000.– Das angebotene Gemälde gelangt im reich geschnitzten Originalrahmen zur Versteigerung. Der Basler Künstler Theo Meier, auch Meier aus Bali oder Theomeier genannt, erlangte durch eine Vielzahl Gemälde mit Bezug zu seiner Wahlhei- mat Asien Bekanntheit. Ausgebildet an der Basler Gewerbeschule und Schüler von Otto Dix in Dresden, zog es ihn 1932 nach Tahiti, wo er den Spuren seines grossen Vorbildes Paul Gauguin nachzugehen beabsichtigte. Enttäuscht musste er bald feststellen, dass die von Gauguin überlie- ferte «primitive Welt» nicht mehr existierte oder möglichweise gar nie existiert hatte. Meiers Bilder aus Polynesien standen Gauguin stilistisch noch sehr nahe, dokumentierten aber den zwischenzeitlichen Wandel. 1936 erfolgte die Übersiedlung nach Bali, wo der Basler während mehr als 15 Jahren domiziliert war, zweimal heiratete und zu einem angesehenen Mitglied der Gesellschaft avancierte. In diese Zeit fielen seine wohl eindrucks- vollsten Arbeiten, die meist Porträts oder religiöse Zeremonien auf der Leinwand festhielten. Ein grosser Teil des Oeuvres verschwand während der japanischen Besatzung und der Flucht des Künstlers nach Borneo. Auf Einladung von Prinz Sanidh Rangsit zog Theo Meier 1958 nach Thailand, wo er in der alten Tempelstadt Chiang Mai lebte. Als beliebter Gastgeber hofierte er sowohl wichtige Persönlichkeiten der thailändischen Gesell- schaft als auch Kunstschaffende aus aller Welt. Während sein Werk früher namentlich aufgrund der exotischen und teils auch erotischen Sujets geschätzt wurde, rücken heute zunehmend die detaillierten ethnografischen Beobachtungen des Baslers in den Fokus der Kunstgeschichte.

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