A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst
91 Internationale Kunst 428 COMBAS, ROBERT (LYON 1957) «PORTRAIT DE GÉRARD RIRENLAIR AVEC SA PETITE MAISON COQUINE». Mischtechnik auf Lwd., sig. r. am Rand, 16 x 22 cm CHF 9000.– / EUR 10000.– Provenienz: Artcurial (S.V.V.), Paris, 31. Mai 2012, Lot-Nr. 286; Privatbesitz, Westschweiz. Das Gemälde ist in den Archives Robert Combas registriert. Robert Combas gehört zu den Hauptvertretern der «Figuration Libre», der französischen Variante einer neuen Malerei, die sich in den 1980er Jah- ren als Reaktion auf die intellektualisierte, rationale Konzeptkunst entwickelt hat und ihre Parallelen in der «Transavanguardia» in Italien, den «Neuen Wilden» in Deutschland und dem «Neo Expressionismus» in den Vereinigten Staaten findet. Geboren in Lyon, wuchs Combas in Sète auf, wo er 1974 ein Studium an der École des Beaux-Art aufnahm. 1980 erhielt er das Diplôme National Supérieur d‘Art Plastique (DNSAP) in Montpellier. Die Punkrock-Bewegung wirkte gegen Ende der 1970er und anfangs der 1980er Jahre prägend auf den Franzosen, der 1978 mit Hervé di Rosa und Richard di Rosa eine eigene Band gründete. Im Folgejahr gab er mit Hervé di Rosa und Ketty Brindel das Kunstmagazin «Bato» heraus. Gleichzei- tig etablierte er sich als Künstler der aufkeimenden «Figuration Libre»-Bewegung. Zusammen mit Rémi Blanchard, François Boisrond und Hervé di Rosa war er 1981 Gründungsmitglied der gleichnamigen Künstlergruppe. Combas Acrylgemälde und druckgrafischen Arbeiten zeichnen sich durch eine grelle Farbenwahl und kräftige schwarze Umrisslinien aus. Bei diesen Künstlern verbinden sich stilistische Elemente der Art Brut, der Pop Art von Keith Haring und der wilden, reduktiven Malerei der CoBrA-Gruppe. Eine bedeutende Inspirationsquelle fand Combas zudem stets in der Bildsprache von Comics, Graffitis und Street Art. Ab den 1990er Jahren weitete sich das künstlerische Spektrum des Franzosen, der nunmehr auch Gedichte verfasste, Fotografien überarbeitete und Assemblagen schuf. Nach der Jahrtausendwende setzte er sich in grossformatigen Ge- mälden wieder vehement mit der Rockmusik auseinander. «Ma peinture c‘est du Rock», meinte er selbst einst über seine Arbeit. Das Musée d‘Art Contemporain in Lyon ehrte den Künstler 2012 mit einer umfangreichen Retrospektive. Combas lebt und arbeitet in Paris.
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