A141 Frühling 2026 : Internationale Kunst

93 Internationale Kunst 432 LANSKOY, ANDRÉ (MOSKAU 1902 – 1976 PARIS) COMPOSITION EN BLANC, BRUN ET VERT SUR FOND NOIR. Gouache, sig. u.r., 49,5 x 63,5 cm (LM) CHF 7500.– / EUR 8400.– Geboren als Sohn eines Grafen, trat Andrei Michailowitsch Lanskoy 1919 in die Zaristische Armee ein und kämpfte an der Krimfront. 1921 flüch- tete seine Familie in die Ukraine, während er selbst nach Paris zog und an der Académie de la Grande Chaumière Malerei studierte. Seine frühen, figurativen Arbeiten waren von den Werken seiner Vorbilder Vincent van Gogh, Henri Matisse und Chaim Soutine inspiriert. Bereits 1923 debüttierte er am Salon d‘Automne, wo er vom deutschen Kunsthistoriker, Kunsthändler und Sammler Wilhelm von Uhde entdeckt und gefördert wurde. Eine erste Einzelausstellung folgte 1925. Lanskoy fand Anschluss an den Kreis der russischen Künstlerinnen und Künstler und stellte bald erfolgreich mit Robert und Sonia Delaunay, Leopold Survage und Ossip Zadkine aus. Gegen Ende der 1930er Jahre wandte er sich zusehends der infor- mellen Malerei zu, wodurch man ihn zusammen mit Serge Poliakoff, Serge Charchoune und Nicolas de Staël zu den bedeutenden Vertretern der «Russischen Schule» innerhalb der «Nouvelle École de Paris» zählte. Die enge freundschaftliche Verbindung mit Nicolas de Staël mündete 1948 in einer gemeinsamen Ausstellung in der französischen Metropole. Es folgten Werkpräsentationen in Brüssel, London, Lausanne, Zürich, Berlin und New York sowie Teilnahmen an den documenta II und III in Kassel. Lanskoys reife Arbeiten werden von grosszügigen Farbflächen in leuchtenden, ungebrochenen Farben und von feinen Pastelltönen bestimmt, die oft in ein kalligrafisches Liniengerüst eingebunden sind. Neben der Malerei schuf der gebürtige Russe auch Vorlagen für Wandteppiche und Mosaike sowie ein umfangreiches zeichnerisches und druckgrafisches Oeuvre.

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