A141 Frühling 2026 : Schweizer Kunst
60 Schweizer Kunst 104 GIACOMETTI, GIOVANNI (STAMPA 1868 – 1933 GLION-SUR-MONTREUX) «PIZZO BACONE II». Öl auf Lwd., mgr. u. dat. (19)16 u.l., verso sig. sowie auf Keilrahmen betitelt, 73 x 50 cm CHF 60000.– / EUR 70000.– Provenienz: Galerie Meissner, Zürich (verso Etikett); Dobiaschofsky Auktionen, Bern, 19. Mai 2006, Lot-Nr. 60; Privatbesitz, Schweiz. Ausstellungen: Gruppenausstellung Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Hermann Haller, Felicitas Trillhaasse, Kunsthaus Zürich, 6. Mai – 3. Juni 1917, Nr. 96; Gruppenausstellung Giovanni Giacometti, Otto Vautier, Maurice Sarkissoff, Galerie Moos, Genf, 9. April – 8. Mai 1918, Nr. 45; Von Hodler bis Gimmi, Galerie Kurt Meissner, Zürich, 27. September – 30. November 1977, Nr. 93. Literatur: Registro dei quadri, No. 2, S. 11, Nr. 272; Paul Müller/Viola Radlach, Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-2, S. 418, Nr. 1916.49 (mit Abbildung). Das angebotene Gemälde ist beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändige Arbeit von Giovanni Giacometti registriert (Inventar-Nr. 141003 0001). Giovanni Giacometti, der bereits im Knabenalter aussergewöhnliches Talent gezeigt hatte, studierte zunächst in München und kam dort in Kontakt mit Schweizer Kunstschaffenden, darunter Wilhelm Bauer, Max Buri und Cuno Amiet. Zusammen mit letzterem zog er nach Paris und schrieb sich im Herbst 1888 an der Académie Julian und der École Nationale des Beaux-Arts ein. Geldmangel zwang Giacometti im Frühjahr 1891 zur Rückkehr nach Stampa. Erste Erfolge erzielte er 1898 bei einer Kollektivausstellung mit Cuno Amiet und Ferdinand Hodler im Kunsthaus Zürich. Giacometti gilt neben Amiet als bedeutendster Schweizer Künstler der Generation nach Hodler. In seinem Werk verarbeitete er die Errungenschaf- ten wichtiger internationaler Kunstströmungen, namentlich des Postimpressionismus und Fauvismus, und schuf eine eigene Farbensprache voller Ausdruckskraft und Schönheit. Die heimatliche Bergwelt blieb für ihn seit seiner Rückkehr in die Schweiz vorherrschendes Bildthema, dem er auf der stetigen Suche nach neuen Motiven und ihrer Wiedergabe zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten immer wieder neue Reize abgewann. Den Pizzo Bacone wählte Giovanni Giacometti insgesamt dreimal als Bildthema (vgl. Werkkatalog Bd. II-2, Nr. 1915.22 u. Nr. 1929.16). Die Erstfas- sung von 1915 ist heute nicht mehr nachweisbar und lediglich als eigenhändige Skizze im Bilderverzeichnis des Künstlers aufgeführt. Sie scheint jedoch in der Komposition grosse Ähnlichkeiten mit der hier angebotenen Zweitfassung von 1916 gehabt zu haben. Während die dritte, späte Version von 1929 den Berg gesamthaft aus grosser Entfernung wiedergibt, beschränkt sich unsere Darstellung auf den oberen Teil des Massives mit seiner markanten Spitze. Durch diese Fokussierung in Verbindung mit den dunkelroten und graublauen Farbtönen kommt der Charakter des zerklüfteten Berges besonders eindrücklich zur Geltung. Selbstbildnis Giacomettis, 1909. Pizzo Bacone I, 1916.
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