Belebte Wirtshausszene mit Geigenspieler.
Öl auf Leinwand, doubliert,
sig. u. bez. "München" u.l.,
79x103 cm
Bereits als Zehnjähriger schuf Friedrich von Keller sein Werk "Gewittrige Stimmung an einer Felsküste", das sein künstlerisches Talent aufscheinen liess. Durch die Vermittlung des Ludwigsburger Dekans Christlieb partizipierte der Jüngling bereits zwei Jahre später am Zeichenunterricht der gewerblichen Fortbildungsschule in Ludwigsburg, gefolgt von einer Maler-und Lackiererlehre daselbst. Erst dank eines Stipendiums gelang dem finanziell karg Gebetteten 1867 der Eintritt in die Stuttgarter Kunstschule. Historienmalerei erlernte er ab 1871 bei Wilhelm von Lindenschmit (1829-1895) in München. Durch das Studium der Altmeister in den Pinkotheken fühlte er sich stark zur Landschaftsmalerei hingezogen. So entstanden in jener Zeit rasch hingeworfene Landschaftsstudien impressionistischer Prägung und Genrebilder von hoher malerischer Qualität, die stilistisch an Wilhelm Leibl erinnern. In den Steinbrüchen von Polling bannte er muskulöse Arbeiter bei ihrer Tätigkeit auf die Leinwand, ein Sujet, mit dem er grosse Erfolge beim Publikum erzielte und das er später um Darstellungen von Werktätigen beim Schmieden und Giessen erweiterte. 1883 wurde Friedrich von Keller als Professor an die Kunstschule in Stuttgart berufen. Zu seinen Schülern zählten u.a. Christian Landenberger und Oskar Schlemmer.
