"Grabmal der Caecilia Metella bei Rom".
Öl auf Leinwand,
sig. u.l., verso a. Künstler-Etikett betitelt,
45x39,5 cm
Bereits als Achtjähriger trat das Ausnahmetalent Oswald Achenbach in die Elementarklasse der Düsseldorfer Kunstakademie ein und wurde Schüler von Johann Wilhelm Schirmer und Carl Rottmann. Nach seinem vorzeitigen Akademieaustritt 1841 betrieb er zunächst intensive Naturstudien in der Umgebung von Düsseldorf. Ab 1843 folgten erste Studienreisen ins Schweizer Hochgebirge, nach Oberbayern, an den Gardasee und nach Oberitalien, die ihren Niederschlag in ersten Gemälden fanden. In den 1850er Jahren unternahm Achenbach eine Italienreise, die ihn von Nizza über Genua nach Rom und in die umliegende Campagna führte. Hier schloss er sich vorübergehend den Naturalisten, unter ihnen Arnold Böcklin und Heinrich Dreber, an. Während die bis dahin geschaffenen Werke - meist spärlich bevölkerte italienische Landschaften - hinsichtlich ihrer Lichtführung und Tonalität noch deutlich vom akademischen Kunstverständnis geprägt waren, so avancierten nun die italienische Landschaft und die südliche Lebensweise zunehmend zu Achenbachs Leitsujets. Auf seiner zweiten Italienreise 1857 mit Stationen in Rom, Neapel und Capri löste sich der Künstler schliesslich gänzlich vom Akademismus und schuf fortan Kompositionen, die das Gefühl einer Plenair-Malerei vermitteln. Der Düsseldorfer, der 1863-1872 als Professor für Landschaftsmalerei an die Akademie seiner Heimatstadt berufen wurde, war zeitlebens ein international gefragter Maler und Ehrenmitglied an den Kunstakademien von Amsterdam, Rotterdam und St. Petersburg. Obwohl stark beeinflusst von den technischen Fertigkeiten und Kunstanschauungen seines berühmten Bruders Andreas, blieb Oswald Achenbach stets seiner naturalistischen Auffassung treu.
Die vorliegende Darstellung zeigt den Blick auf das in der 1. Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrhunderts an der römischen Via Appia Antica errichtete Grab der Caecilia Metella. Der monumentale Rundbau, der sich über einem acht Meter hohen Fundament erhebt, wurde im Mittelalter durch die italienische Adelsfamilie Caetani zur Burg umgestaltet, wovon noch heute die erhalten gebliebene Zinne zeugt.
