Homme.
Tusche auf Papier, auf Lwd.,
sig. u. dat. "31.I."(1)944 u.r.,
37x51 cm
Provenienz: Obelisk Gallery, London; Galerie Ralph Calatchi, Paris; Privatbesitz, Schweiz.
Der surrealistische Maler Victor Brauner entstammte einer tief spirituellen rumänisch-jüdischen Familie. Seine Kindheit war sowohl von mehreren kurzzeitigen Umzügen nach Hamburg, Wien und Bukarest, wie auch von den spirituellen Sitzungen seines Vaters gesprägt, an denen Brauner heimlich teilnahm. 1921 studierte er an Kunsthochschule in Bukarest. Schuf er zunächst Landschaften in Cézannscher Manier, so entwickelte er in den folgenden Jahren seinen eigenen expressionistischen Stil, den er 1924 auf einer Einzelausstellung in der Bukarester Galerie Mozart präsentieren konnte. Im gleichen Jahr gründete er das dadaistische Journal "75 HP". Ebenso wirkte er 1929 an der Zeitschrift "UNU" mit, die sich mit Dadaismus und Surrealismus befasste. 1930 liess er sich in Paris nieder und machte über Yves Tanguy die Bekanntschaft mit Giorgio de Chirico und anderen surrealitischen Künstlern. André Breton vermittelte Brauners erste Retrospektive in der Pariser Galerie Pierre im Jahr 1934, die jedoch ohne grossen Erfolg blieb. Das in dieser Periode wiederholt aufgegriffene Sujet des Einäugigen gedieh 1938 zur prophetischen Wahrheit, als Brauner im Zuge eines Handgemenges sein linkes Auge verlor. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zwang ihn zur Flucht in die Pyrenäen und später in die Schweizer Alpen, wo er aus Mangel an Werkstoffen Arbeiten aus Wachs schuf. Nach Kriegsende kehrte er nach Paris zurück, wo sein Oeuvre 1947 in der Ausstellung Exposition Internationale du Surréalisme in der Galerie Maeght gewürdigt wurde. In seinem Nachkriegswerken finden sich häufig Tarot-Symbole, ägyptische Hieroglyphen und mesoamerikanische Codices.
