"The Grief of a Pasha (The Dead Tiger)".
Öl auf Leinwand, doubliert,
sig. u.r., verso a. Etikett betitelt,
91x74,5 cm
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Jean-Joseph Constant wuchs nach dem frühen Tod der Mutter bei seinen Tanten in Toulouse auf, wo er auch seine künstlerische Ausbildung an der École des Beaux-Arts begann. Mitte der 1860er Jahre wechselte er als Schüler von Alexandre Cabanel an die Akademie in Paris. Ab 1870 begab er sich auf verschiedene Reisen, so auch nach Spanien und Marokko. Inspiriert durch sein Vorbild Eugène Delacroix und fasziniert von der textilen Farbenpracht und den islamischen Mustern, bannte er in der Folge zahlreiche marokkanische Szenen auf die Leinwand. Mit seinen orientalistischen Kompositionen bediente er die europäische Vorstellung von einer fremden und fernen Kultur. Als brillanter Kolorist schuf er betörende Farbharmonien, mit denen er die Stofflichkeit des Orients einzufangen verstand. 1888 wurde er als Dozent an die Académie Julian berufen. Daneben war Constant ein gefragter Porträtist und Schöpfer von dekorativen Wandmalereien, so etwa für die Pariser Sorbonne.
Ähnlich wie der französische Orientalist Jean-Léon Gérôme liess sich Constant für das vorliegende Werk von Victor Hugos 1827 entstandenen Gedicht "La douleur du Pacha" anregen. In ihm charakterisierte der Schriftsteller den Pasha als empfindsame Person, die durch den Tod des geliebten Tigers die Pflichten des Herrscheramtes vergessen lässt. Constant griff im vorliegenden Gemälde das Grundthema des toten Raubtieres, um welches sich ein Teil des Hofes zur letzten Ehrerweisung versammelt hat, auf. Anders als in seiner thematisch verwandten Komposition "The Sultans Tiger", die sich heute in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York befindet, steht in unserem Werk jedoch nicht der trauernde Pascha im Bildfokus, sondern der vom einfallenden Licht beschienene tote Tiger.

Just like the French Orientalist Jean-Léon Gérôme, for the painting on offer, Constant became inspired by the poem "La douleur du Pacha" written by Victor Hugos in 1827. In it, the writer characterized the Pasha as a sensitive person who, after the death of his beloved tiger, had forgotten about his duties as a ruler. Subject of this painting is the dead animal, with part of the court gathering around it for the last tribute. Contrary to his thematically related composition "The Sultan's Tiger", which is now in the collection of the Metropolitan Museum of Art in New York, the focus of the painting at hand is not on the mourning Pasha, but on the dead tiger illuminated by the incident light.
