Vogel.
Mischtechnik (Serigraphie in Schwarz, auf gemaltem Grund, weiss gehöht),
sig. u. dat. (19)98 u.r.,
77x57 cm (BG)
Emil Schumacher studierte auf Wunsch seiner Eltern 1932-35 Werbegrafik an der Kunstgewerbeschule in Dortmund. Anschliessend arbeitete er als Maler und Lithograf. 1939-45 war er als technischer Zeichner für einen Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Begann er nach dem Krieg unter dem Einfluss von Rohlfs zunächst kubistische Landschaften zu malen, so fand er seit 1951, unter dem Eindruck eines Parisaufenthalts und der Begegnung mit Wols, zu einer dem Tachismus nahestehenden, graffitihaften Bildsprache, bei der die Farbe als reine Materie behandelt wurde und durch reliefartigen Auftrag Tiefe gewinnen konnte. Diese Tendenz setzte sich fort, als er seine Bilder mittels Einbeziehung von Materialien wie Blei, Asphalt und Papier, aber auch durch die Behandlung der Maloberfläche mit Hammerschlägen zu Objekten zwischen Malerei und Relief entwickelte. Diese konsequente Haltung, nämlich de künstlerischen Entstehungsprozess zum eigentlichen Thema seiner Werke zu machen, brachte er 1952 als Gründungsmitglied in die Frankfurter Künstlergruppe "Quadriga" ein, der auch K.O. Götz und B. Schultze angehörten. 1958-60 arbeitete Schumacher als Professor an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, es folgten Lehraufträge an den Akademien von Karlsruhe (1966-77) und Minneapolis (1967-68).
Das vorliegende Werk gehört zur 50 Blätter umfassenden Samedaner Serie "Vogel" von 1998. Möglicherweise handelt es sich um ein Probeexemplar des Druckers.
Wir danken Herrn Dr. Ulrich, Emil Schumacher Stiftung Hagen, für die Informationen.
