"La balle".
Bleistift,
sig. u.r. sowie dat. "12" 1969 u.l.,
22,5x31 cm (LM)
Provenienz: Galerie d'eendt nv, Amsterdam, Nr. 27; Galerie Schindler, Bern, Nr. 3794; Privatbesitz, Schweiz.
Auf Drängen seines Vaters arbeitete Hans Bellmer nach dem Abitur in einem Stahl- und Kohlenbergwerk. Ein 1923 begonnenes Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule in Berlin brach er im Folgejahr ab, um sich der Kunst zu widmen. Während eines mehrmonatigen Aufenthaltes in Paris, wo er als Typograf im Malik-Verlag arbeitete, kam er in Kontakt mit Vertretern der Dadaisten und Surrealisten. 1938 emigrierte er in die französische Metropole und freundete sich während der Internierung im Lager "Les Milles" mit Max Ernst an. Bellmers Werk umfasst fast ausschliesslich erotische Darstellungen des weiblichen Körpers, umgesetzt in Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und druckgrafischen Arbeiten. Seine anarchistisch-erotischen Inszenierungen lassen sich mit gewissen Tendenzen des Surrealismus in Verbindung bringen. Wegen seiner obsessiven Haltung gegenüber dem Obszönen wurden dem Künstler wiederholt neurotische Störungen nachgesagt. Als Mitbegründer des Fantastischen Realismus hatte er weitreichenden Einfluss auf Paul Wunderlich und Horst Janssen.
