"Terre Rouge: I".
Sand und Kunstharz auf Holz,
verso sig., dat. 1973 u. betitelt,
114x146 cm
Mit Materialverlust unten links.
Provenienz: Galerie Adrien Maeght, Paris, Nr. 13781/BAC 892; Galerie Du Mont Des Arts, Brüssel; Privatbesitz, Schweiz.
Ausstellung: Rétrospective Raoul Ubac, Musée Jenisch, Vevey, 14. Juni - 30. August 1992.
Literatur: André Frénaud/Gérard-Georges Lemaire, Raoul Ubac. Huiles et Ardoises, Tarascon 1990, S. 59 (mit ganzseitiger Abbildung; das Buch liegt dem zu versteigernden Werk bei).
Während eines Aufenthaltes in Savoyen 1946 stiess Raoul Ubac zufälligerweise auf ein Stück Schiefertafel, auf dem er mit Hilfe eines alten Nagels eine Ritzzeichnung anbrachte. Diese Aktion bildete den Auftakt zu einer anhaltenden Auseinandersetzung des Wahlfranzosen mit der experimentellen Erkundung von Werkmaterialien. Erkenntnisse, die Ubac bereits in seinem experimentellen fotografischen Schaffen der 1930er Jahre gewonnen hatte, wandte er fortan auf das Medium Malerei an. "Terre rouge I", entstanden 1975, zählt zur reifen Schaffensphase des Künstlers. Aus Sand und rot eingefärbtem Kunstharz schuf er mit Hilfe der Grattagetechnik eine organisch fliessende und gleichzeitig durch eingeritzte, parallele Binnenlinien klar strukturierte Form, die Spielraum für viele Assoziationen zulässt. Ubacs experimenteller Umgang mit Werkstoffen lässt sich mit den Arbeiten seiner Zeitgenossen Alberto Burri und Antoni Tàpies vergleichen.
