"Esquisse en vue d'une tapisserie tissée à Aubusson 'Les Maures'".
Öl auf Hartplatte,
sig. u.r.,
52x68 cm
Expertise: Philippe Le Burgue, Paris, 28. November 2020.
Das Gemälde wird ins Jahr 1958 datiert.
Aufgewachsen in einem unter deutscher Besatzung stehenden flämischen Dorf, siedelte Gustave Singier mit seiner Familie 1919 nach Paris über, wo er 1923-1926 die École Boulle besuchte und im Kopieren von Meistern geschult wurde. Anschliessend arbeitete er als Zeichner für verschiedene Unternehmen und wandte sich 1936 gänzlich der Malerei zu. Der aus dem elsässischen Thann gebürtige Charles Walch war es schliesslich, der ihn dazu ermunterte, seine künstlerische Ausdrucksweise in der Farbe zu suchen. Fortan entstanden abstrakte Kompositionen mit klarem Formenvokabular und monochromen Flächen, die die künstlerische Nähe zu Singiers langjährigen Malerfreunden Alfred Manessier, Elvire Jan und Jean Le Moal verraten. 1941 beteiligte sich der Belgier an der Ausstellung "Vingt jeunes peintres de tradition française", der ersten Ausstellung avantgardistischer Malerei in Paris während der deutschen Besatzung. In den 1950er Jahren waren seine Werke mehrfach an Biennalen und Ausstellungen in ganz Europa vertreten, so etwa an der documenta I und II in Kassel. Neben dem malerischen Oeuvre schuf der Künstler auch druckgrafische Arbeiten, Wandteppiche und Kirchenfenster sowie Kostüme und Dekorationen für das Nationaltheater in Paris.
