Scène de rue à Paris.
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. (19)25 u.r.,
73,5x93 cm
Provenienz: Galerie André Maurice, Paris (verso bez.); Privatbesitz, Schweiz.
Der ungarische Maler, Zeichner und Grafiker Bela Adalbert Czobel studierte 1902-1906 an der Freischule der Künstlerkolonie Nagybanya sowie in München und Paris. 1905 stellte er mit Pablo Picasso, Georges Braque, Amedeo Modigliani, André Dunoyer de Segonzac und den Fauves aus. Gleichzeitig nahm er Anteil am ungarischen Kunstleben, wo seine Bilder im Sommer 1906 zu Debatten Anlass gaben, und war Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Die Acht". Als prägend für seine künstlerische Laufbahn erwiesen sich die Pleinair-Naturanschauung der Freischule von Nagybanya und die Prinzipien der Fauves. Im Verlauf seiner Entwicklung wich die strenge Planung der Bildstruktur einer grösseren farblichen Spontanität und Dynamik. Czobel fand seine Inspiration in Städten und Landschaften, seine favorisierten Sujets waren Porträts, Akte und Interieurs.
Bela Adalbert Czobel zog es oft in die französische Metropole, wo er zeitweise auch lebte und wo Mitte der 1920er Jahre das angebotene Werk entstand. Dargestellt ist ein von Häusern gesäumter Strassenzug, den der Betrachter durch ein dichtes Netz winterlich kahler Baumäste aus erhöhter Perspektive zu sehen bekommt. Das Gemälde ist ein herausragendes Beispiel für Czobels Auseinandersetzung mit dem Fauvismus. Den Prinzipien dieser Stilrichtung folgend, reduzierte der Künstler die Tiefenwirkung, die Flächigkeit und die Farbkontraste und präsentierte die schwarzen Baumsilhouetten - anders als im Impressionismus - als Bilddominante.
