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423

KOKOSCHKA, OSKAR

Pöchlarn 1886 - 1980 Villeneuve

"Minona".

Farbkreide,
Nachlass-Blindstpl. "Atelier Kokoschka" u.r.,
38x25 cm (LM)

Mit Wasserzeichen.


Verso Studie "Minona".


Provenienz: Galerie Arts et Lettres, Vevey, 25. Oktober 1990; Privatbesitz, Schweiz.


Oskar Kokoschka wuchs als Sohn einer Prager Goldschmiedefamilie in Wien auf, wo er 1905-1909 unter Gustav Klimt die Kunstgewerbeschule besuchte und erste Landschaftsgemälde anfertigte. Der junge Künstler lehnte den damals vorherrschenden Jugendstil ab und fand Inspiration in den Arbeiten Vincent van Goghs und Ferdinand Hodlers. 1911 lernte er Alma Mahler, die Witwe von Gustav Mahler kennen, die seine Muse und Geliebte werden sollte. Diese unerfüllte Verbindung endete 1915 und beeinflusste Kokoschkas Schaffen nachhaltig. Im gleichen Jahr zog der Künstler freiwillig in den Krieg und wurde verwundet. 1919-1926 arbeitete er als Professor an der Dresdener Kunstakademie. 1931 kehrte er nach Wien zurück, von wo aus er zwei Jahre später im Zuge der politischen Entwicklungen nach Prag floh. Die Nationalsozialisten diffamierten sein Werk als "entartete Kunst" und beschlagnahmten über 400 seiner Arbeiten. Von Prag aus emigrierte der Künstler 1938 nach London. Kokoschkas Oeuvre ist geprägt von einem psychologischen Expressionismus. Für seine gegenständlichen Kompositionen verwendete er leuchtende Farben von expressiver und sinnlicher Wirkung. Mit Vorliebe malte er Porträts und Landschaften. Bei Ersteren steht die psychologische Eindringlichkeit der Dargestellten, die eher auf das Wesen der Person als auf ihre äusserliche Schönheit abzielt, im Vordergrund, während seine Landschaften durch ihre Monumentalität bestechen. Neben der Malerei schuf Kokoschka auch umfangreiche Bestände an Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken und Schriften. Seinen Lebensabend verbrachte der Künstler in Villeneuve am Genfer See.

Die vorliegende Zeichnung stammt aus Kokoschkas Zeit in Grossbritannien. Gemeinsam mit seiner Frau Olda, die er 1941 geheiratet hatte, hielt sich der Künstler wiederholt in Schottland und Cornwall auf, unter anderem auch im Weiler Elrig in der südschottischen Region Dumfries und Galloway. Im Spätsommer 1944 lernte der Maler dort die Schülerin Minona Margarita McEwen kennen, die in der Nähe ihre Ferien bei einer Tante verbrachte. Kokoschka hielt die 15-Jährige in der Folge in einem Ölgemälde und in mehreren Farbstiftzeichnungen fest. Olda Kokoschka beschrieb Minona als streng katholisch erzogenes Mädchen, deren moralische Prinzipien sich in ihrer Erscheinung widerspiegeln würden.


Watermarked.

Verso study "Minona".

Provenance: Galerie Arts et Lettres, Vevey, October 25, 1990; private property, Switzerland.

The drawing dates from Kokoschka's time in Great Britain. He and his wife Olda, whom he had married in 1941, frequently spent time in Scotland and Cornwall, for example in the hamlet of Elrig in the southern Scottish region of Dumfries and Galloway. In the late summer of 1944, the painter met the schoolgirl Minona Margarita McEwen there, who was spending her vacations with her aunt in the neighborhood. As a result, Kokoschka captured the 15-year-old in an oil painting and in several colored pencil drawings. Olda Kokoschka described Minona as a strictly Catholic-raised girl whose moral principles would be reflected in her appearance.

 


Schätzung CHF 29'000
EUR 31'868
USD 36'250
Mein Gebot
CHF
i
Sicherheitsgebot

Dieses Lot wurde auf der Auktion A134 bei DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG am 04.11.2022 versteigert.


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