"Le petit poirier".
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. 1913 u.r., verso betitelt u. num. 79,
87x73 cm
Casimir Edmond Reymond, Sohn eines Schuhmachers, besuchte 1909-1913 zusammen mit Marcel Poncet (1894-1953) die École des Beaux-Arts in Genf. Sein Gepräge erhielt er in jener Zeit besonders durch Eugène Gilliard (1861-1921), dessen pastoser Malduktus in Verbindung mit einer abbreviativen, umrissbetonten Darstellung der Figuren sich in den Werken des jungen Künstlers bemerkbar machte. Kaum 20-jährig, verzeichnete Reymond bereits mit einer ersten Einzelausstellung in Lausanne beachtliche Erfolge. Parallel zur Malerei erwachte sein Interesse an der Bildhauerei, die später einen bedeutenden Platz in seinem Oeuvre einnehmen sollte. Angeregt durch Félix Vallotton nahm er 1922 für zehn Jahre Wohnsitz in Paris, pendelte jedoch aufgrund verschiedener Aufträge häufig zwischen seinem Heimatland und der französischen Metropole. Im Zusammenhang mit seiner Berufung zum Lehrer und kurz darauf zum Direktor der École cantonale de dessin zog er 1932 nach Lausanne. Zwei Jahre später eröffnete er in Lutry ein Atelier, und ab 1935 widmete er sich neben dem malerischen und skulpturalen Schaffen auch der Glasmalerei. Es folgten zahlreiche Werkaufträge, so etwa die 1943 vollendete Sandstein-Skulptur "Vendage" im Lausanner Stadtpark Denantou, das 1947 eingeweihte Denkmal für César Roux im Hof des alten Hôpital Cantonal in Lausanne oder die 1950 fertiggestellten Glasmalereien für die Chapelle de l'Hôpital psychiatrique de Cery in Prilly. Mit zunehmendem Alter tendierten Reymonds bildhauerischen Arbeiten zur Abstraktion, während sich sein malerisches Werk vermehrt auf Landschaftsaquarelle konzentrierte. Als erster Künstler erhielt er 1968 den Preis der Fondation Wilhelm Gimmi. Gleichen Jahres verlor er seinen einzigen Sohn, woraufhin er sich tief getroffen vom öffentlichen Leben abwandte.
Dieses Lot wurde auf der Auktion A135 bei DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG am 12.05.2023 versteigert.
