Village.
Aquarell,
sig. u. dat. 1920 u.r.,
34x42 cm (BG)
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Ossip Zadkine verbrachte seine Kindheit in Smolensk und wurde als 16-Jähriger ins nordostenglische Sunderland geschickt, wo er bei Verwandten mütterlicherseits unterkam. An der lokalen Kunstschule belegte er Abendkurse im Zeichnen und Modellieren. 1907 zog er nach London und sicherte sich mit Gelegenheitsarbeiten in Möbelwerkstätten den Lebensunterhalt. Im Jahr darauf nahm er an der Central School of Arts and Crafts in London ein Studium mit dem Schwerpunkt Holzplastik auf, das er 1909 wieder abbrach und nach Paris dislozierte. Nach flüchtigem Besuch der École des Beaux-Arts kam der Künstler in Kontakt mit dem Bildhauer Jean Antoine Injalbert, in dessen Atelier er fortan arbeitete. In der französischen Metropole fand Zadkine Anschluss an die künstlerische Avantgarde um Giorgio de Chirico, Georges Braque, Fernand Léger, Amedeo Modigliani und Constantin Brancusi sowie an die kubistische Bewegung. Während dem Ersten Weltkrieg meldete er sich als freiwilliger Sanitäter, hatte jedoch nach Kriegsende physische und psychische Probleme aufgrund seiner Erlebnisse an der Front. Eine Studienreise nach Griechenland 1931 weckte sein Interesse an archaischer und primitiver Kunst, die neben dem Kubismus prägend für seinen stilistischen Ausdruck werden sollten. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges emigrierte der jüdischstämmige Zadkine in die USA, von wo er 1945 wieder nach Paris zurückkehrte. Danach widmete er sich vermehrt der Druckgrafik und nahm Lehraufträge an der Académie de la Grande Chaumière und an der École des Beaux-Arts an.
