Nymphe mit Blumen.
Carrara-Marmor, gehauen,
verso a. Sockel sig. "A. Gory",
H: 83 cm (mit Sockel)
Sockelkanten minim bestossen. Verso wenige kleine restaurierte Bestossungen.
Marmor ist eines der wichtigsten Materialien in der Kunstgeschichte, insbesondere in der Architektur und Bildhauerei. Seit der Antike wurde es aufgrund seiner ästhetischen und physischen Eigenschaften hochgeschätzt und vielseitig verwendet. Während die Marmorskulpturen der Antike einst polychrom gefasst waren, gewann der weisse Carrara-Marmor in der Renaissance an Bedeutung. Künstler der Renaissance und des Klassizismus bevorzugten das toskanische Gestein besonders für ihre menschlichen Figuren, da seine Transluzenz eine lebendige, hautähnliche Wirkung erzeugte. Nachdem im Barock vermehrt farbige Marmorsorten zur Erzielung prunkvoller, dynamischer Effekte verwendet worden waren, gewann der weisse Marmor in der Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts wieder an Bedeutung. Nach der Jahrhundertwende erweiterten die Künstler zunehmend ihr Materialrepertoire und experimentierten im Art nouveau und Art déco mit neuen Produktionstechniken. Der aufwendige Abbau, der schwierige Transport und die begrenzte Verfügbarkeit machten Marmor zugleich zu einem begehrten Material und Statussymbol. Bis heute gilt der Werkstein als edel, klassisch und zeitlos.
