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499

RAINER, ARNULF

Baden bei Wien 1929

Ohne Titel.

Mischtechnik auf Ultraphan-Millimeterfolie,
sig., dat. (19)69 u. undeutl. bez. u.r.,
20,5x28,5 cm (LM)

Provenienz: Galerie H.S. Steinek, Wien. (verso Etikett); Privatbesitz, Schweiz.

Arnulf Rainer zählt zu den markantesten österreichischen Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart und zu den Mitbegründern des Informel in Österreich. Früh löste er sich vom Akademismus - sein Studium an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst brach er bereits nach wenigen Tagen ab - und suchte seinen Weg fortan als Autodidakt. Mit Maria Lassnig reiste er 1951 nach Paris, wo er den Surrealisten André Breton besuchte und erstmals mit dem Werk von Jackson Pollock und Jean Paul Riopelle in Berührung kam. Gleichen Jahres war er Mitbegründer der "Hundsblume", einer losen Verbindung gegen die erstarrten Formen der akademischen Kunst. 1959 tat er sich mit Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser zusammen und rief das Künstlerkollektiv "Pintorarium" ins Leben, das bis 1968 bestand. Bekannt wurde der Österreicher vor allem in den 1950er Jahren mit seinen Übermalungen. Was als Geste der Verweigerung gegenüber dem klassischen Bild begann, entwickelte sich zum Konzept des Sichtbarmachens mittels Verbergen. Dabei bediente sich Rainer nicht nur eigener Arbeiten, sondern übermalte auch Fotografien, Drucke und Kunstwerke anderer Künstler. Sein vielseitiges Oeuvre umfasst Gemälde, Zeichnungen, fotografische Arbeiten, Filme und performative Selbstinszenierungen. Blindzeichnungen, Kreuzmotive, Formauflösungen und expressive Gestik durchziehen sein Werk.

Die angebotene Zeichnung lebt vom Kontrast zwischen der technisch-rationalen Struktur des vorgegebenen roten Rasters und der expressiven Gestik von Arnulf Rainers Linienführung. Durch die Überlagerung spontaner Setzungen auf einem normierten Bildträger ergibt sich ein spannungsgeladenes Wechselspiel zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen Ordnung und individueller Ausdruckskraft.

 


Schätzung CHF 9'000
EUR 9'890
USD 11'250
Zuschlag CHF 6'000
Mein Gebot
CHF
i
Sicherheitsgebot

Dieses Lot wurde auf der Auktion A140 bei DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG am 07.11.2025 versteigert.


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