"Abel".
Öl auf Leinwand, doubliert,
101x159 cm
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Pages d'art. Revue mensuelle suisse illustrée, Bd. 3, Genf 1917, S. 395-397 (mit Abbildung).
Der in Paris geborene, aber im waadtländischen Morges aufgewachsene René Martin finanzierte sich mit einem Preisgeld, das er anlässlich seiner Teilnahme an der Neuenburger Kantonsausstellung erhalten hatte, eine Studienreise nach Italien, wo er sich nicht nur mit den alten Meistern, sondern auch mit zeitgenössischen Kunstströmungen auseinandersetzte. Der Stil der italienischen Primitivisten prägte sein Schaffen in nahezu gleichem Mass wie sein grosses Vorbild Ferdinand Hodler. Wie dieser malte auch Martin zahlreiche verzweifelte oder wutentbrannte Schicksalsgestalten, deren innere Befindlichkeit sich in der Körperhaltung und Mimik niederschlug. Doch darüber hinaus lebten seine Kompositionen von einer italienisch geprägten Symbolhaftigkeit, die in den meist grossformatigen Gemälden deutlich zum Ausdruck kam. Der Künstler arbeitete in vielen Regionen der Schweiz: Im Wallis malte er verschneite Dörfer und Holzfäller bei der Arbeit, in Genf studierte er die Gesichter der Armengenössigen und für die ehemalige katholische Mädchenschule am Zürcher Hirschengraben fertigte er ein grosses Fresko mit der Darstellung einer römischen Landschaft an.
