Säulenskulptur.
Assemblage aus Objets trouvés,
a. Säulen-Deckplatte sig. u. dat. 1987,
H: 160 cm
Provenienz: Galerie Henze & Ketterer AG, Wichtrach, 2010; europäische Privatsammlung.
Daniel Spoerri, Sohn eines zum Protestantismus konvertierten Juden und einer Schweizerin, wurde auf den Namen Daniel Isaac Feinstein getauft. In seiner Geburtsstadt besuchte er zunächst die deutsche Schule. Nachdem sein Vater bei einem Pogrom 1941 ermordet worden war, gelang der Familie die Flucht nach Zürich, wo der spätere Künstler von seinem Onkel Theophil Spoerri adoptiert wurde und dessen Namen annahm. Nach Gelegenheitsarbeiten liess er sich 1949 in Zürich und ab 1952 in Paris zum Tänzer und Pantomimen ausbilden, gefolgt von einem Engagement als Solotänzer am Berner Stadttheater. Durch seine Umsiedlung in die französische Metropole 1959 gelangte er in Kontakt mit Jean Tinguely, Arman und Yves Klein. Im Jahr darauf entstanden seine ersten plastischen Werke, darunter die "Tableaux-piège" (Fallenbilder) genannten Assemblagen aus gefundenen Gegenständen. 1963 eröffnete Spoerri in Paris sein erstes Restaurant und bekundete damit sein Interesse an der Mutter aller Künste - der Kochkunst. Sein gastronomisches Etablissement in Düsseldorf, in dem die Gäste ab 1968 mit Elefantenrüsseln, Ameisen, Tigerfilets und weiteren exotischen Spezialitäten verpflegt wurden, bildete die Kulisse für verschiedene Aktionen von Joseph Beuys, Dieter Roth und anderen Künstlern. In den 1970er und 1980er Jahren lehrte der Begründer der Eat Art an verschiedenen Hochschulen für Gestaltung, eröffnete ein Museum und verfasste eine Reihe von Kochbüchern. Nach längerem Aufenthalt in der Toskana, wo er sich vor allem seinem Skulpturenpark "Il Giardino" widmete, zog Spoerri 2007 nach Wien.
Dieses Lot wurde auf der Auktion A141 bei DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG am 08.05.2026 versteigert.
