Sans titre.
Öl auf Rupfen,
sig. u.r., verso num. 374 sowie a. Etikett dat. 1963,
92x73 cm
Provenienz: Collection Cavalero, Cannes; Privatbesitz, Westschweiz.
Camille Bryen, eine literarische Verkürzung des Familiennamens Briand, vereinte in seinem Schaffen lyrische Abstraktion mit tachistischer Malerei. Als Künstler arbeitete er intuitiv und mit Vehemenz gegen starre Doktrinen - künstlerisch wie politisch. In seiner Heimatstadt Nantes war er als Bohème bekannt, der formfreie Gedichte und Brandbriefe über die hohe Bourgeoisie verfasste. 1927 zog es ihn nach Paris, wo er sich den Surrealisten anschloss. Mit einer Ausstellung im Salon des surindépendants 1936 wandte er sich dem Tachismus zu, einer französischen Strömung des Informel. Gemeinsam mit Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky und Sophie Taeuber-Arp unterzeichnete er 1936 Charles Siratos wegweisendes Manifeste Dimensioniste. In den 1950er Jahren partizipierte er an Einzel- und Gruppenausstellungen, teils an der Seite prominenter Kunstschaffender wie Jackson Pollock, Wilhelm Hartung, Willem de Kooning, Wols und Georges Mathieu.
