Jardinière, um 1870-1890.
Umlaufende Reliefs in berühmter "bleu Deck"-Färbung.
Fayence, cremefarbener Scherben, polychrom glasiert,
umseitig Prägemarke "TH Deck",
H: 22 cm, B: 60 cm, T: 36 cm
Alters- und Gebrauchsspuren. Ecken und Reliefs minim bestossen.
Der Keramiker Théodore Deck studierte zunächst am Collège de La Chapelle-Sous-Rougemont Physik und Chemie. Seine dort erworbenen Kenntnisse erweiterte er auf Reisen durch Europa, was von Nutzen für seine eingehende Beschäftigung mit dem Bau von Fayenceöfen und dem Brennen keramischer Erzeugnisse war. 1847 liess er sich in Paris nieder und fasste, nach ersten Erfolgen als Mitarbeiter der Fayencefabrik Vogt, 1856 den Entschluss zur Gründung eines eigenen Ateliers, das er zwei Jahre später unter dem Namen "Fayencen d'Art Th. Deck" eröffnete. Ganz im Sinne des Historismus beschäftigte sich der Künstler intensiv mit der Nachahmung von Gestaltung und Technik nah- und fernöstlicher Keramik und stellte seine Werke erfolgreich an der Weltausstellung 1862 in London aus. In seinem Atelier entstanden Ziergegenstände wie Vasen und Wandschmuck in Form von Tellern und Cachepots, die sich gut verkaufen liessen. Ab 1870 bot Deck neben den beliebten Iznik-Entwürfen und den Fayencen mit der unverwechselbaren Färbung "bleu Deck" auch Keramiken mit japanischen Motiven an. Seine Werkstatt beschäftigte viele Künstler, darunter Felix Bracquemond, Françoise Gluck, Albert Anker und Joseph Ranvier, die alle zum hohen künstlerischen Wert der Deck-Keramik beitrugen. Im Jahr 1887 wurde der Elsässer zum Direktor der Nationalen Porzellanmanufaktur in Sèvres ernannt. Nach seinem Tod führten sein Bruder Xavier und sein Neffe Richard Deck das Unternehmen bis 1905 weiter.
