"Mademoiselle Marcelle Lender, en Buste".
Farblithografie, im Stein mgr. o.l., typografisch bez. "Originallithographie in acht Farben von H. de Toulouse-Lautrec. Pan I 3",
36,2x27,3 cm (BG)
Blatt minim gebräunt und mit Lichtrand. Restaurierter Einriss im rechten Randbereich. Ränder unregelmässig geschnitten.
Literatur: Götz Adriani, Toulouse-Lautrec. Das gesamte graphische Werk, Köln 1987, S. 161f., Nr. 115 IVb.
Blatt aus der Zeitschrift "Pan" (1. Jg., Heft 3, 1895, S. 197).
Henri de Toulouse-Lautrec absolvierte seine Studien im Atelier von Fernand Cormon. Magnetisch angezogen von den Etablissements der Pariser Vergnügungsindustrie im Montmartre, fand er im Varieté und in der Pariser Halbwelt bald seine bevorzugten Sujets. 1886 erfolgte nicht nur die erste Veröffentlichung seiner Zeichnungen in Pariser Revuen, sondern auch seine erste Teilnahme im Salon des Indépendants. Im Anschluss an eine Reise nach Brüssel und Spanien begann er 1891, flächenhaft stilisierte Plakate für Lokale, Kabaretts und Buchverlage zu entwerfen. 1892 kehrte er nach Brüssel zurück und entdeckte auch das Grossstadtleben Londons. Toulouse-Lautrecs erste grosse Ausstellung fand 1893 in der Galerie Goupil statt. Gleichen Jahres zog der stets vom Ruf des Skandalösen begleitete Künstler in ein Bordell ein, um sich fortan ausschliesslich seinen bevorzugten Motiven und Themen widmen zu können. Anschliessend tingelte er, oftmals auf Tuchfühlung mit Varieté-Truppen, während dreier Jahre quer durch Europa. Nach einem körperlichen Zusammenbruch 1899 wurde er halbseitig gelähmt und starb zwei Jahre später auf Schloss Malromé, dem Stammsitz der Familie Toulouse-Lautrec.
