"A l'heure de l'observatoire - les amoureux".
Fotolithografie,
handsig. u.r., num. 138/150,
35,2x89,8 cm (BM)
(Bitte scrollen Sie nach unten für die deutsche Version.)
Comes with an exhibition catalog: "Man Ray, Musée Nationale d'Art Moderne Paris, 7 janvier - 28 février 1972", handsigned and dedicated.
Literature: Liciano Anslemino, Man Ray opera grafica, Turin 1973, vol. I, p. 32. no. 15.
Dated 1970.
The offered lithograph is based on the painting with the same name, created in 1932-1934. Depicted are the lips of photographer Lee Miller levitating above the Paris Observatory. The work is considered to be the creative reaction to the end of the relationship between Man Ray and Miller in 1932, as well as an icon of Surrealism.

Dazu: Ausstellungskatalog "Man Ray, Musée Nationale d'Art Moderne Paris, 7 janvier - 28 février 1972", handsig. und gewidmet.
Literatur: Liciano Anslemino, Man Ray opera grafica, Turin 1973, Bd. I, S. 32. Nr. 15.
Datiert 1970.
Schon während seiner Schulzeit belegte Man Ray Kurse in Kunst, Architektur und technischem Zeichnen. Statt eines Architekturstudiums arbeitete er lieber in einem Werbestudio und als Verleger. Er schrieb sich an der Modern School des Ferrer Centers in New York ein, dank deren unkonventionellen Lehrmethoden er sich frei entfalten konnte. Anlässlich seiner Besuche in Alfred Stieglitz' (1864-1946) Galerie 291 kam er in Kontakt mit der europäischen Avantgarde. 1913 bezog er mit Freunden eine Landwohnung in Ridgefield, wo er unter anderem auf seine spätere Gattin Donna Lacour (Adon Lacroix) traf. Im Herbst 1915 organisierte die Daniel Gallery in New York, in der Man Ray vermutlich auf Marcel Duchamp traf, seine erste Einzelausstellung. Gleichzeitig experimentierte er mit dreidimensionalen Objekten, fertigte zwei Jahre später seine ersten Assemblagen an und beschäftigte sich ausserdem mit Fotografie und Film. 1920 gründete er die Société Anonyme Inc. und zählte bereits im Folgejahr zu den Hauptvertretern des amerikanischen Dadaismus. 1921 zog er nach Paris, um sich mit der dortigen Künstlerszene vertraut zu machen. Nach erfolglosen Ausstellungsversuchen betätigte er sich vorwiegend als Fotograf und bestritt seinen Lebensunterhalt mit Auftragporträts. 1922 richtete er sich ein eigenes Atelier ein, wo auch die berühmte Aufnahme seiner Muse Kiki "Le Violon d'Ingres" entstand. In den 1930er Jahren wurde Man Ray wiederholt zu Ausstellungen der Surrealisten und Dadaisten eingeladen. Nach seiner Flucht nach Amerika 1940 liess er sich in Hollywood nieder und heiratete 1946 Juliet Browner. Elf Jahre später kehrte er zurück in die französische Metropole, wo ihm deutlich mehr künstlerischer Erfolg beschieden war. Bis zu seinem Tod 1976 beteiligte er sich an zahlreichen Ausstellungen, experimentierte mit Farbfotografie, Film und Malerei und fertigte weiterhin Porträts von Künstlerkollegen an.
Die angebotene Lithografie basiert auf dem gleichnamigen, 1932-1934 entstandenen Gemälde. Dargestellt sind die Lippen der Fotografin Lee Miller, die über dem Pariser Observatorium schweben. Die Arbeit gilt als künstlerische Reaktion auf das 1932 vollzogene Beziehungsende zwischen Man Ray und Miller sowie als Ikone des Surrealismus.
