"Le lac".
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. "II III" (19)51 u.M., verso betitelt,
54x65 cm
Provenienz: Kunsthandel M.L. de Boer, Amsterdam, Nr. 12997 (verso Etikett); Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Pierre Guénégan, Serge Charchoune. Catalogue raisonné de l'oeuvre peint, Band 4 (1951-1960), Paris 2013, Nr. 1951/037 (mit Abbildung).
Serge Charchoune studierte kurzzeitig Kunst an der Akademie in Moskau, bevor er 1910 in den Militärdienst eingezogen wurde. 1912 desertierte er und ging nach Paris, wo er während seines Studiums bei Henri Le Fauconnier auf die Kubisten aufmerksam wurde. In Barcelona, wohin er zu Beginn des Ersten Weltkrieges geflohen war, lernte er Albert Gleizes, Marie Laurencin und Francis Picabia kennen. Nach einem gescheiterten Versuch, 1917 in seine Heimat zurückzukehren, begab er sich erneut in die französische Metropole, nahm unter anderem an den von André Breton organisierten Dadaisten-Treffen teil und gründete die Dada-Gruppe Palata poetov. Im Zuge des Börsencrashs von 1929 wurde der Russe zu einem Leben in Armut gezwungen. Seine Malerei beschränkte sich in dieser Zeit auf kleine Leinwandabschnitte und Farbresten, die er von Freunden erhielt. In den darauffolgenden Jahrzehnten entstanden sowohl figurative als auch abstrakte Kompositionen, die zwischen lyrisch-organischen und geometrisch geordneten Formen pendelten. Inspirieren liess sich der Künstler vor allem von klassischer Musik und namentlich von Johann Sebastian Bach und Peter Tschaikowsky. Charchounes Werke sind in zahlreichen Museen vertreten, so etwa im Musée National d'Art Moderne und im Centre Georges Pompidou in Paris.
