Sitzender alter Mann am Tisch.
Aquarell,
kyrillisch sig. u. dat. 1875 u.l.,
12x8 cm
Karlis Huns ist einer der bedeutendsten baltischen Maler des 19. Jahrhunderts. Als Schüler der Kaiserlichen Kunstakademie in Sankt Petersburg unter P.V. Basin entwickelte er sich zu einem Meister der Historien- und Genremalerei, der sowohl die Romantik als auch den aufkommenden Realismus in seinem Werk zu integrieren verstand. Aufgenommen 1852 an die Akademie, fiel Huns' Begabung schnell auf. 1861 erhielt er für sein Gemälde "Sofiia Vitovtovna bei der Hochzeit von Vasilii Temnyi" eine Goldmedaille, verbunden mit dem Titel eines "Pensionärs" der Akademie und einem Stipendium für eine Studienreise nach Europa. Diese führte ihn unter anderem nach Italien, Deutschland, Frankreich und in die Schweiz, wo er sich intensiv mit der klassischen Kunst auseinandersetzte und seine malerischen Qualitäten verfeinerte. In Paris war Huns regelmässig im Salon vertreten, darunter 1868 mit dem Gemälde "Am Vorabend der Bartholomäusnacht", das später vom russischen Kaiser Alexander II. erworben wurde und massgeblich zu Huns Ruf als Historienmaler beitrug. Die Werke des Letten zeichnen sich durch eine präzise Komposition, lebendige Farbgebung und einen meisterhaften Umgang mit der Lichtführung aus. Neben seiner Tätigkeit als Maler war Huns auch als Grafiker tätig, was sich in einer Reihe von Lithografien und Radierungen niederschlug. Der Künstler starb erst 45-jährig während eines Tuberkulose-Kuraufenthaltes in Davos.
