Ohne Titel.
Gouache und Tusche auf Papier,
mgr. u.r.,
35x27,5 cm (BG)
Provenienz: Galerie Michael Haas, Berlin, Nr. EM-HOF 17 (verso Etikett); Privatbesitz, Schweiz.
Der deutsch-amerikanische Maler und Kunstpädagoge Hans Hofmann hielt sich nach seiner Ausbildung in München während über einem Jahrzehnt in Paris auf, wo er die künstlerischen Entwicklungen des Kubismus und Fauvismus direkt miterlebte und enge Kontakte zu Robert Delaunay, Georges Braque und Henri Matisse knüpfte. Zurück in Deutschland, gründete er in München und später auch in anderen Städten eigene Kunstschulen, in denen er die Prinzipien von Farbe, Komposition und räumlicher Dynamik zu vermitteln suchte. Mit dem Ausbruch des Nationalsozialismus verliess er Europa und emigrierte 1932 in die Vereinigten Staaten. Dort eröffnete er zunächst eine Schule in New York, später eine weitere in Provincetown. Beide entwickelten sich rasch zu Zentren des künstlerischen Austausches und zur Schmiede einer ganzen Generation von jungen amerikanischen Künstlern, darunter Lee Krasner, Helen Frankenthaler, Allan Kaprow und Wolf Kahn. 1958 schloss Hofmann seine Schulen, um sich vollständig der Malerei zu widmen. Seine Werke zeichnen sich durch leuchtende Farbflächen, dynamische Kompositionen und ein ausgeprägtes Interesse an der räumlichen Wirkung von Farbe aus. Sein theoretisches Konzept des "Push and pull" - des Spannungsverhältnisses von Farbe, Form und Raum - bildete die Grundlage sowohl für seine Kunstproduktion als auch für seine Lehre. Durch die Verbindung von künstlerischer Praxis, theoretischer Reflexion und didaktischer Schärfe schuf der Deutschamerikaner eine Brücke zwischen den europäischen Avantgarden und dem Abstrakten Expressionismus in den Vereinigten Staaten. Sein Einfluss trug wesentlich zur Etablierung der amerikanischen Moderne bei.
