Öl auf Holz,
47,5x44 cm, ø 42,5 cm (BM)
Provenienz: Baroness LeeAnn Gidro, Budapest; Sotheby's, New York, 26. Januar 2008, Lot-Nr. 5; Dorotheum, Wien, 19. April 2016, Lot-Nr. 112; Privatbesitz, Schweiz.
Das vorliegende Werk eines unbekannten Meisters zeichnet sich durch seine detailreiche Darstellung und tiefe religiöse Symbolik aus. Im Zentrum steht die Kreuzigung Christi auf dem Berg Golgota, der durch den am Boden vor dem Kreuz liegenden Schädel gekennzeichnet ist. Links des Kreuzes kniet die trauernde Maria, die in stiller Verzweiflung um ihren Sohn weint. Haltung und Ausdruck vermitteln eine tiefe menschliche Anteilnahme und laden die Betrachtenden zu Mitgefühl ein. Begleitet wird sie von Johannes dem Täufer. Die prächtig gekleidete Maria Magdalena klammert sich an den Fuss des Kreuzes, während auf der rechten Seite Longinus in kostbarem, orientalischem Gewand auf den Gekreuzigten weist. Hinter ihm befindet sich ein geharnischter römischer Soldat. Beide stehen für die weltliche Macht und bilden einen Kontrast zum leidenden Christus und zu den Trauernden. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, fein ausgearbeitete Landschaft. Sie verleiht der Szene räumliche Tiefe und öffnet den Blick in eine scheinbar friedliche Welt, die in Gegensatz zum dramatischen Geschehen im Vordergrund steht. Insgesamt vereint das Werk eine eindringliche Darstellung des Leidens mit einer reichen, symbolgeladenen Bildsprache.
