Diane chasseresse.
Öl auf Leinwand,
39x31 cm (LM)
Provenienz: Privatsammlung Hortense Cornu, Paris; Privatsammlung Alexandre Denuelle, Paris; Privatbesitz, Schweiz.
Ausstellung: Charles Gleyre (1806-1874). Le Romantique repenti, Musée d'Orsay, Paris, 9. Mai - 11. September 2016 (mit Abbildung im Katalog S. 116).
Literatur: Charles Clément, Gleyre. Étude biographique et critique avec le catalogue raisonné de l'ouevre du maître, Paris 1878, S. 138-140, Nr. 33; William Hauptman, Charles Gleyre 1806-1874, Bd. 2, Catalogue raisonné, Princeton/NJ 1996, S. 216, Nr. 398 (mit Abbildung).
Der aus dem Waadtland stammende Charles Gleyre verbrachte nur einen kleinen Teil seines Lebens in der Schweiz. Er durchlief eine klassische Malerausbildung Lehrjahren in Lyon und Paris sowie einem Studienaufenthalt in Rom. Eine aussergewöhnliche Wendung nahm sein Leben, als der vermögende amerikanische Industrielle John Lowell Gleyre ihm vorschlug, ihn auf eine Orientreise zu begleiten. So besuchte der junge Künstler Neapel, Malta, Griechenland, Istanbul, die Levante, Äthiopien und Ägypten, wo er sich schliesslich mit seinem Wohltäter verstritt und strandete. Mittellos und mit einer starken Augeninfektion, aber voller Tatendrang kehrte Gleyre nach Lyon zurück, wo er seine Eindrücke unverzüglich künstlerisch zu verarbeiten begann. Sein Malstil war detailgenau und entsprach jenem der Pariser Akademien. Seine Motive hingegen sprengten die damals üblichen Konventionen und reichten von mythologischen Szenen über orientalische Geschichten bis hin zu Selbsterlebtem. Obwohl Gleyres Gemälde beim Publikum grosse Faszination auslösten, blieb ihm der Erfolg zu Lebzeiten verwehrt. Erst die jüngere Kunstrezeption erkannte in seinem Werk eine Vorreiterstellung und würdigte den Künstler mit zahlreichen Ausstellungen und Publikationen.
