Schlacht von Tarvis am 18. Mai 1809.
Panoramaartige, in feiner Malerei minutiös ausgeführte Darstellung des Schlachtfeldes bei Tarvis (Tarvisio) mit französischen Heerführern, berittenen Offizieren, Infanteristen und Verwundeten im Vordergrund. Im Mittelgrund zwischen Gehöften vorrückende Truppen, die links in der Ferne vor einer Bergkette die österreichische Armee attackieren.
Öl auf Lwd.,
sig. u. dat. 1843 u.r., verso a.d. Keilrahmen bez.,
125x180,5 cm
Minimales Craquelé.
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Das vorliegende monumentale Schlachtengemälde gehört, ebenso wie die beiden folgenden Nummern, zu einem umfangreichen Bilderzyklus, den Albrecht Adam in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts für Herzog Maximilian von Leuchtenberg (1817-1852) schuf. Der Herzog, jüngerer Sohn des Vicomte Eugène de Beauharnais, eines Stiefsohnes Kaiser Napoleons I., heiratete 1839 in St. Petersburg die älteste Tochter des Zaren Nikolaus I., Marie Grossfürstin von Russland. Der Zar schenkte dem Brautpaar ein 1844 fertiggestelltes, prachtvolles Palais in St. Petersburg. Für diesen Wohnsitz, vermutlich für die Festsäle in den Palastflügeln, plante Maximilian seit 1839 einen Bilderzyklus mit Darstellungen siegreicher Schlachten seines Vaters. 1841 vergab er den Auftrag hierzu an Adam, der nicht nur einer der damals führenden Künstler in diesem Genre war, sondern als Hofmaler von Eugène de Beauharnais seit seiner Ernennung 1809 vielen der darzustellenden Schlachten selbst beigewohnt hatte. Gemäss Vertragstext hatte der Künstler binnen acht Jahren insgesamt 16 Gemälde im Format von ca. 125x180 cm auszuführen. Die ersten sieben Bilder des Zyklus sollten Ereignisse aus dem Feldzug 1809 zeigen, weitere sieben hingegen Episoden aus dem Feldzug 1812. Die letzten beiden Bilder waren dem Rückzug aus Russland und einem Gefecht bei Magdeburg gewidmet. Durch den Tod Maximilians gelangten die drei letzten Bilder nicht mehr zur Ausführung. Vermutlich während des Ersten Weltkriegs flüchteten die Enkel Maximilians mit dem Schlachtenzyklus aus St. Petersburg und liessen sich in Kärnten nieder. Von dort gelangten später einige der Bilder, darunter die hier angebotenen, in die Schweiz. Es sei hier auf zwei ebenfalls in unserer Auktion angebotene, nach Josef Karl Stieler kopierte Porträts von Mitgliedern der Familie Leuchtenberg hingewiesen, welche die Geschichte der drei Gemälde von Adam teilen.
Das vorliegende Werk steht an vierter Stelle des ersten Teilzyklus. Der Feldzug gegen die Österreicher und der Aufstand der Tiroler Bauern gegen Napoleon waren bei der Ernennung Adams zum Hofmaler des Vicomte de Beauharnais 1809 bereits beendet, doch begann der Künstler umgehend mit Studien an den oberitalienischen Kriegsschauplätzen. Nach diesen Skizzen entstanden verschiedene Schlachtenbilder sowie ein reich dekoriertes Speiseservice, die sog. "Croquis". Zur Ausführung des hier angebotenen Gemäldes bediente sich Adam der erhaltenen frühen Skizzen, doch begab er sich 1842 zu erneuten Terrainstudien an die Raab, nach Malborghetto und an die Piave.
Adam zeigt sich in den drei in unserer Auktion angebotenen Gemälden aus dem berühmten Zyklus auf der Höhe seiner Kunst. Die Gemälde bestechen durch äusserste Vielfalt und Realismus im Detail, souveräne Komposition, hervorragende Zeichnung, Beherrschung der Perspektive, aber auch durch die atmosphärische Durchdringung des Raumes und die insgesamt bemerkenswerte malerische Qualität.
Wir danken Frau Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, München, für freundliche Auskunft.
| Estimation | CHF | 48'000 | |
| EUR | 52'747 | ||
| USD | 60'000 | ||
| Adjugé | CHF | 200'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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