Miniaturmalerei.
Das mittelalterliche Verlöbnis. Rechts ein junger, eleganter Edelmann mit drei Begleitern. Er reicht seiner Auserwählten in blauem, faltenreichemHermelingewand, die mit zwei Hofdamen links erscheint, den Ring. In der Bildmitte eine Fürstin in rotem Hermelinkleid, die vermittelnd auf die Braut weist. Naturalistische Bodengestaltung im Vordergrund. Hinten vor reinem Goldgrund Burgenarchitektur, Bäume und ein Fluss. Die Illustration wird von einem Goldrahmen mit zwei Bordüren in Blau und zartem Rot eingefasst. Umseitig mit roter Tinte gezogene Linien. Gouache, Goldmalerei, auf einem alten Pergament,
24,8x20,8 cm,
beidseitig verglast gerahmt
Wenig Farbverluste und teils Craquelé.
Ausserordentlich feine und ansprechende Pergamentmalerei in der Manier der französischen Stundenbuchmalereien des 15. Jh.
Bei dem sogenannten "Spanish Forger" handelt es sich um einen überaus begabten, jedoch unbekannten Miniaturmaler, der Ende des 19. Jh. alte liturgische Handschriften, Buchseiten und Pergamente mit französisch anmutenden, höfischen Szenen des 15. Jh. prächtig illuminierte. Erst im Jahr 1929 entdeckte ein Direktor der Morgan Library, dass die schon in zahlreichen Museen ausgestellten Miniaturen nicht von einem spanischen Buchmaler des 15 Jh. stammen konnten. Etwa 150 "mittelalterliche" Miniaturmalereien sind aus der Hand des "Spanish Forger" bekannt, der inzwischen als eigenständiger Künstler anerkannt und gesammelt wird. 1978 erschien ein Werkkatalog von William Voelkle unter Mitarbeit von Roger S. Wieck: "The Spanish Forger", Pierpont Morgan Library, New York.
| Estimation | CHF | 7'500 | |
| EUR | 8'241 | ||
| USD | 9'375 | ||
| Adjugé | CHF | 5'500 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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