Blick von Seeburg gegen Luzern.
Öl auf Lwd.,
sig. u.l.,
67x98 cm
Robert Zünd besuchte in Luzern das Gymnasium und erwarb erste Kenntnisse im Zeichnen und Malen im Atelier von Jakob Schwegler. 1848 siedelte er nach Genf über und arbeitete zunächst bei François Diday, anschliessend bei Alexandre Calame. 1851 lernte er in München Rudolf Koller kennen, mit dem ihn fortan eine enge Freundschaft verband. 1852 reiste Zünd erstmals nach Paris, wo er sich vor allem für die Meister des 17. Jahrhunderts interessierte. Nach einer Reihe weiterer Parisaufenthalte sowie Reisen nach Dresden und München liess er sich 1863 bei Luzern nieder.
Zünd nimmt eine Sonderstellung in der schweizerischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts ein, die auch in seinem introvertierten Naturell begründet sein mag. Die Beeinflussung durch Zeitgenossen blieb gering, auch bildete er keine Schüler aus. Anders als Diday und Calame schuf Zünd keine Touristenstücke. Er malte bevorzugt Landschaften aus dem Mittelland und den Voralpen, namentlich aus der Umgebung von Luzern. Fasste er seine Motive eher zeichnerisch als malerisch auf, so verstand es dabei meisterhaft, Licht und Atmosphäre des jeweiligen Ortes, der Tages- und Jahreszeit wiederzugeben. Wie kaum einem anderen gelang es ihm, Natur bis ins kleinste Detail wiederzugeben und sie zugleich idealistisch zu verklären. Gottfried Keller sprach in diesem Zusammenhang von "idealer Reallandschaft oder realer Ideallandschaft".
Das angebotene Gemälde zeigt eine idyllische Szenerie am Ufer des Vierwaldstättersees. An einer kleinen, schilfbewachsenen Bucht führt ein Hirte seine Kühe in das seichte Wasser. Die Darstellung wird eingefasst von hohen Laubbäumen, deren Kronen sich in feinster Zeichnung, dabei jedoch duftig weich vor dem leicht bewölkten Himmel abzeichnen. Die Sonne steht bereits tief, die Dämmerung wird bald heraufziehen. Meisterhaft ist neben der zeichnerischen Durchdringung und der intensiven Stimmung auch die malerische Wiedergabe der Luftperspektive: Ist der Vordergrund vorwiegend mit kräftiger, grün-brauner Palette gestaltet, so erscheinen die Häuser und Türme Luzerns am jenseitigen Ufer in fein abgestuften, silbriggrauen und zart violetten Tönen.
| Estimation | CHF | 125'000 | * |
| EUR | 137'362 | * | |
| USD | 156'250 | * | |
| Adjugé | CHF | 100'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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