Morgen am Malojasee.
Öl auf Lwd., mgr. u.l., verso bez. "Maloja 1912" u. a.d. Spannrahmen bez. "GG70",
65x73 cm
Das vorliegende Gemälde ist registriert vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändiges Werk von Giovanni Giacometti.
Ausstellungen: Giovanni Giacometti (u.a.), Gemeindesaal St. Moritz, Januar 1913; Turnus-Ausstellung des Schweizerischen Kunstvereins, Saalbau Solothurn, 27.4.-12.5 1913, Winterthur, Aarau, Zürich, Luzern, Le Locle, Nr. 92 (dort betitelt "Malojasee").
Literatur: Paul Müller/Viola Radlach, Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-2, S. 582, Nr. 1912.54, dort Abbildung der Skizze (Registro dei Quadri, Nr. 1A, S. 105, Nr. 205, dort betitelt "Mattino").
Giacometti gilt neben Amiet als bedeutendster Schweizer Künstler der Generation nach Hodler. Er verarbeitete in seinem Werk die Errungenschaften wichtiger internationaler Kunstströmungen, vor allem des Postimpressionisums und Fauvismus, und schuf eine eigene Farbensprache voller Ausdruck und Schönheit. Die heimatliche Bergwelt blieb für ihn seit seiner Rückkehr aus Frankreich vorherrschendes Bildthema, dem er durch die ständige Suche nach neuen Motiven und ihre Wiedergabe zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten immer wieder neue Reize abgewann.
Das angebotene Gemälde, eine morgendliche, menschenleere Ansicht des Malojasees, ist ein Beispiel für den aussergewöhnlichen Farbensinn Giacomettis. Die Uferpartie vorn ist in einer Vielzahl teils markant nebeneinander gesetzter, teils dünn übereinander gestrichener Farben gegeben: Links unten geben Tupfer von dunklem Grün, Weiss, Violett und Rosa blühende Blumen an, dahinter erscheint ein changierendes Grün-Rot-Braun, das dem visuellen Eindruck eines mit Gräsern bewachsenen Uferstreifens entspricht. Die Felswand links im Mittelgrund gibt nur noch einen schwachen Widerhall der Farbenvielfalt vorn, sie ist in einem schimmerndem Blauviolett gemalt, nur vereinzelt setzen rote und braune Flecken Akzente. Sie vermittelt koloristisch, die Komposition verklammernd, zwischen Vorder- und Hintergrund, ebenso wie das helle Wasser des Sees, das in einem Reflex auf das satte Grün vorn in einem kühlen, hellen Grünblau aufleuchtet. Dahinter ragt, von fast aquarellhafter Transparenz, die in unendlich zarten Abstufungen reinen Blaus gegebene mächtige Bergwand auf, der farbliche Gegenpol zum Vordergrund. Auf geniale Weise gelang es Giacometti, die scheinbaren Gegensätze harmonisch zu einem überaus stimmungsvollen Landschaftsgemälde zu verbinden.
| Estimation | CHF | 180'000 | |
| EUR | 197'802 | ||
| USD | 225'000 | ||
| Adjugé | CHF | 340'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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