"Im Bad".
Öl auf Lwd.,
sig. u.M.,
110x110 cm
Stellenweise etwas Craquelé.
Literatur: Joh. P. Scherer, Begegnungen. 62 Gemälde von Mario Comensoli, Lugano 1963, Nr. 14 (mit Abbildung).
Mario Comensoli lebte bis zu seinem vierten Lebensjahr in einem Waisenhaus in Lugano, dann wurde er von zwei Mitarbeiterinnen des Instituts aufgenommen. Nach der Schulzeit schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten und dem Verkauf von Bildern an Touristen durch. 1943, nach dem Ankauf einer Landschaft durch das Museo Civico, erhielt er das erste einer Reihe von Stipendien der Fondazione Torricelli, das ihm ein Kunststudium in Zürich ermöglichte. Zwischen 1948 und 1953 hielt er sich mehrmals in Paris auf und machte die Bekanntschaft Mirós sowie Diego und Alberto Giacomettis. 1953 fand eine erste Einzelausstellung im Helmhaus Zürich statt. Seit den späten vierziger Jahren zeigten sich gesellschaftskritische Ansätze in seinem Werk. Comensoli schilderte das Leben der Arbeiter und Immigranten, Anfang der sechziger Jahre thematisierte er Kapitalismus und Konsumgesellschaft. Er setzte sich immer wieder neu mit aktuellen gesellschaftlichen Strömungen auseinander. Ende der sechziger Jahre zeigten sich Einflüsse der amerikanischen Pop-Art, in den siebziger Jahren fanden die Discoszene und grosstädtische Randgruppen wie Punks, Skinheads und Arbeitslose Eingang in seine Malerei. Comensoli, nach eigenem Selbstverständnis kritischer Chronist, gestaltete seine künstlerischen Aussagen mit plakativer Direktheit und bediente sich bevorzugt der Bildsprache der Monumentalmalerei. Seit 1952 nahm denn auch die Wandmalerei eine wichtige Stellung in seinem Werk ein. Nachdem Comensoli in den fünfziger Jahren wegen seiner vermeintlichen Nähe zum sozialistischen Realismus angefeindet wurde, gilt er heute als einer der bedeutendsten Schweizer Realisten.
| Estimation | CHF | 36'000 | |
| EUR | 39'560 | ||
| USD | 45'000 | ||
| Adjugé | CHF | 20'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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