"Femme couchée - le rève".
Mit pastosem Farbauftrag gestaltete Darstellung eines liegenden weiblichen Aktes in seitlicher Rückenstellung.
Öl auf Lwd.,
sig. u.r., verso a. Etikette betitelt,
65x92 cm
Aus einer wohlhabenden, kultivierten Familie stammend, hatte Michel Kikoïne es vergleichsweise leicht, sich bereits als Sechzehnjähriger in die Kunstakademie von Vilna einzuschreiben. Später wechselte er an die Akademie von Minsk, wo er Soutine und Krémègne kennenlernte, mit denen er lebenslang befreundet blieb. 1912 ging er nach Paris. Er zeigte sich beeindruckt von Pissarro und Cézanne, aber auch von den Werken Rembrandts und Zurburans sowie Courbets. 1920 entdeckte er das südliche Licht und schuf in der Umgebung von Cagnes-sur-Mer eine Reihe expressionistisch geprägter Landschaften. 1926 verliess er Paris und zog auf eine Farm in der Provinz, bei Annay-sur-Serein. Hier fand er ganz zu seinem eigenen Stil und verarbeitete die Eindrücke seiner neuen Umgebung in einer Fülle von Landschaften, Blumenbildern, Porträts und Aktdarstellungen. Zahlreiche namhafte Künstler der französischen Avantgarde besuchten ihn in den folgenden Jahren in seiner ländlichen Abgeschiedenheit. Die Zeit der deutschen Besatzung verbrachte er im Untergrund bei Toulouse. Nach der Befreiung zog er wieder nach Paris. Ein einjähriger Aufenthalt in Israel führte 1954 noch einmal zu einem Stilwandel: Sein Duktus glättete sich, die Formensprache wurde ruhiger, neue Themen wie Jagd und Fischerei, aber auch das Selbstporträt, traten in den Vordergrund.
Das angebotene Gemälde zeigt eindrücklich jene Wildheit des Pinselduktus und Kühnheit der Farbkontraste, die neben Kikoïne auch Krémègne und Soutine in den europäischen Schmelztiegel Paris einbrachten und der als einer der wichtigsten Beiträge der litauischen Kunst zur Entwicklung der modernen Malerei gelten darf.
| Estimation | CHF | 28'000 | |
| EUR | 30'769 | ||
| USD | 35'000 | ||
| Adjugé | CHF | 22'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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