"Pizzo Bacone II".
Öl auf Lwd., mgr. u. dat. (19)16 u.l., verso bez. "Giovni Giacometti" und a.d. Keilrahmen bez. "Giovanni Giacometti Pizzo Bacone",
73x50 cm
Das vorliegende Gemälde ist registriert vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändiges Werk von Giovanni Giacometti (Archiv-Nr. 30441) und entspricht der WV-Nr. 1916.49.
Ausstellungen: Gruppenausstellung Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Hermann Haller, Felicitas Trillhaasse, Kunsthaus Zürich, 6. Mai bis 3. Juni 1917, Nr. 96; Gruppenausstellung Giovanni Giacometti, Otto Vautier, Maurice Sarkissoff, Galerie Moos, Genf, 9. April bis 8. Mai 1918, Nr. 45; Von Hodler bis Gimmi, Galerie Kurt Meissner, Zürich, 27. September bis 30. November 1977, Nr. 93.
Literatur: Registro dei quadri, No. 2, S. 11, Nr. 272; Paul Müller/Viola Radlach, Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-2, S. 418, Nr. 1916.49 (mit Abbildung).
Giovanni Giacometti, der bereits im Knabenalter aussergewöhnliches Talent zeigte, trat 1886 auf Anraten seines Zeichenlehrers in München in die Kunstgewerbeschule ein, nachdem ihn die Akademie wegen mangelnder Vorbildung abgewiesen hatte. Im folgenden Jahr besuchte er zwei private Kunstschulen und kam in Kontakt mit Schweizer Künstlern, darunter Wilhelm Bauer, Max Buri und Cuno Amiet, mit dem er lebenslang befreundet blieb. Die Begegnung mit dem Impressionismus auf der Internationalen Kunstausstellung 1888 veranlasste Giacometti und Amiet, München mit seinen eher idealistischen Kuntströmungen den Rücken zu kehren und die Ausbildung in Paris fortzusetzen. Im Herbst 1888 schrieben sie sich an der Académie Julian und der Ecole Nationale des Beaux-Arts ein. Geldmangel zwang Giacometti im Frühjahr 1891 zur Rückkehr nach Stampa. Eine Romreise 1893 blieb ohne nachhaltige Wirkung auf ihn. Wichtiger war die Bekanntschaft mit Giovanni Segantini, den er 1894 in Maloja traf, und das Wiedersehen mit Amiet, der ihm 1896 von seinem Aufenthalt bei den Künstlern von Pont-Aven berichtete. Erste Erfolge erzielte er 1898 bei einer gemeinsamen Ausstellung mit Amiet und Hodler im Kunsthaus Zürich. Giacometti gilt neben Amiet als bedeutendster Schweizer Künstler der Generation nach Hodler. Er verarbeitete in seinem Werk die Errungenschaften wichtiger internationaler Kunstströmungen, vor allem des Postimpressionisums und Fauvismus, und schuf eine eigene Farbensprache voller Ausdruck und Schönheit. Die heimatliche Bergwelt blieb für ihn seit seiner Rückkehr in die Schweiz vorherrschendes Bildthema, dem er durch die ständige Suche nach neuen Motiven und ihre Wiedergabe zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten immer wieder neue Reize abgewann.
Die majestätische Gestalt des Pizzo Bacone wählte Giacometti insgesamt dreimal als Bildthema (vgl. Werkkatalog Bd. II-2, Nr. 1915.22 u. Nr. 1929.16). Die Erstfassung von 1915 ist heute nicht nachweisbar und lediglich in einer eigenhändigen Skizze des Künstlers in dessen Bilderverzeichnis überliefert. Demnach ähnelte es in der Komposition sehr stark der hier angebotenen Zweitfassung von 1916. Während das Spätwerk von 1929 den Berg aus grosser Entfernung gesehen in seiner gesamten Erscheinung wiedergibt, ist in unserer frühen Fassung keine panoramahafte Gebirgslandschaft gegeben, sondern lediglich der obere Teil des Massivs mit seiner markanten Spitze. Durch diese Fokussierung, aber auch durch die kräftige, dunkelrote und graublaue Farbigkeit, kommt der zerklüftete, urtümliche Charakter des Berges besonders eindrücklich zur Geltung.
| Estimation | CHF | 200'000 |
| EUR | 219'780 | |
| USD | 250'000 | |
| Adjugé | CHF | 150'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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