Forêt de Fontainebleau.
Blick von einer felsigen Anhöhe auf die weite Waldlandschaft und ferne, sanft geschwungene Hügel unter bedecktem, silbrig grauem Himmel.
Öl auf Papier, auf Lwd.,
Nachlass-Stpl. u.r., verso a. alter Etikette betitelt,
27x33,5 cm
Provenienz: Auf der Nachlass-Auktion 1875 von Karl Daubigny für 185 francs gekauft; Galerie A. Gattlen, Lausanne, Nr. 2097; Privatbesitz Westschweiz.
Ausstellungen: Corot, Kunstmuseum Bern, 23. Januar bis 13. März 1960, Nr. 1.
Literatur: Alfred Robaut, L′oeuvre de Corot. Catalogue raisonné et illustré, Bd. 2, Paris 1905, S. 12, Nr. 25 (Abbildung S. 13) & Bd. 4, Paris 1905, S. 223, Nr. 247.
Das angebotene Gemälde wird von A. Robaut auf die Jahre 1824/25 datiert.
Jean-Baptiste Camille Corot trat 1822 in die Schule für Landschaftsmalerei von Victor Bertin ein, der eine klassisch-akademische Ausbildung und eine Auffassung der Landschaft im Stile Poussins verfolgte. Bereits seine ersten Studien, entstanden auf der Grundlage stundenlanger, für die damalige Zeit unüblich intensiver Naturbeobachtung, verrieten den Willen zu präziser Wiedergabe des Gegenstands. Seine Bilder zeigten darüber hinaus eine neuartige Transparenz, Einfachheit und Klarheit. 1825-28 hielt sich Corot erstmals in Italien auf, wo er sich intensiv mit dem südlichen Licht auseinandersetzte und auch bereits erste Porträts schuf. Nach seiner Rückkehr nach Paris verarbeitete er die Eindrücke der italienischen Jahre und beschäftigte sich mit dem Werk von Daubigny und Courbet, während ihn der Streit zwischen den Anhängern der romantischen und klassizistischen Schule eher unberührt liess. Auf Studienreisen durch Frankreich entstanden in den folgenden Jahren vornehmlich Landschaftsbilder, in denen das leuchtende blaugelbe Kolorit zunehmend von jenem duftigen Silbergrau abgelöst wurde, das fortan zum Markenzeichen des Künstlers wurde. Seine stimmungsvollen Darstellungen stiller Uferpartien bei Dämmerung, die von einer subtilen Lichtbehandlung geprägt sind, machen Corot, der zeitlebens die Klassizisten Poussin und Lorrain als seine Vorbilder ansah, zu einem der wichtigsten Vorläufer des Impressionismus.
Das angebotene Gemälde gehört zu einer Reihe von Werken, die Corot 1822-25 im Wald von Fontainebleau schuf.
| Estimation | CHF | 30'000 |
| EUR | 32'967 | |
| USD | 37'500 | |
| Adjugé | CHF | 33'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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