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Aperçu

Aperçu

1034

WALDMÜLLER, FERDINAND GEORG

Wien 1793 - 1865 Hinterbrühl

"Auf der Türschwelle betendes Mädchen mit Madonnenbild".


Öl auf Lwd.,
sig. u. dat. 1857 u.r.,
54x44 cm

Provenienz: Kunsthandlung R. Hofstätter, Wien, 1981; Privatsammlung Schweiz.

Literatur: Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865. Leben-Schriften-Werke, Wien-München 1996, S. 222 u. 512, Nr. 946 (mit Abbildung).

Ferdinand Georg Waldmüller fühlte sich bereits im Knabenalter zur künstlerischen Laufbahn berufen. Mit dem Bemalen von Bonbonbildern verdiente er sich soviel hinzu, dass er seit 1807 Kurse an der Wiener Akademie besuchen konnte. 1811 ging er als Miniaturmaler nach Pressburg. Nach der Heirat mit einer Sängerin des Agramer Stadttheaters begleitete er seine Gattin als Theatermaler auf ihren Gastspielreisen. Ihr Engagement an der Hofoper führte das Paar 1817 zurück nach Wien, wo Waldmüller sich nunmehr voll auf das Studium der Ölmalerei konzentrierte. 1822 war er erstmals mit fünf Gemälden an der Akademieausstellung vertreten. Nach mehreren Auslandsreisen porträtierte er 1827 in kaiserlichem Auftrag die Erzherzogin Sophie. 1829 wurde er Kustos an der Gemäldegalerie und Akademieprofessor. Seit 1846 kämpfte er gegen die verkrusteten Akademiestrukturen und geriet öffentlich jahrelang in Misskredit. Zu Beginn der sechziger Jahre wurde er durch die Auszeichnung mit höchsten Orden in Österreich und Preussen sowie eine kaiserliche Audienz 1864 vollständig rehabilitiert.

Waldmüller gelangte um 1830 als Porträtmaler zur Reife. Seine Bildnisse bestechen weniger durch psychologische Vertiefung als durch eine äusserst scharfe und zugleich farbig-sinnliche, naturnahe Wiedergabe von Physiognomie, Körper und Stoffen. Schuf er daneben in den dreissiger Jahren eine Vielzahl qualitätvoller Landschaftsgemälde, so wurde nach 1840 das Genre zur bestimmenden Bildgattung. Hier dominierten anfangs Interieurs mit Szenen aus der grossbürgerlichen Gesellschaft, während Waldmüller sich später dem Leben der einfachen Landbevölkerung zuwandte und die Szenen häufig in einer Landschaft oder vor dörflicher Kulisse gestaltete.

Das angebotene Gemälde, welches porträt- und genrehafte Züge zugleich aufweist, darf in seiner malerischen Qualität, besonders der delikaten Lichtregie, als besonders schönes Beispiel für die Kunst Waldmüllers gelten. Rupert Feuchtmüller schreibt über das Bild: "Die dunkle Tür bildet den Rahmen, vor dem sich das im Sonnenlicht sitzende Mädchen wirkungsvoll abhebt. Das sollte jedoch keinen Effekt abgeben, sondern ein Bild stiller Verinnerlichung sein. Die verschränkten Finger des Kindes halten das Marienbild, auf dessen Rückseite vermutlich der Gebetstext steht. Der versunkene Gesichtsausdruck des Mädchens reflektiert die Freude am Betrachten. Die Komposition wirkt konzentrierter als die des Jahres 1853 (WV 855, S. 193). Wieder einmal sollen die Gedanken und Empfindungen des Betrachters die Darstellung beleben". 
Estimation CHF 160'000
EUR 175'824
USD 200'000
Adjugé CHF 140'000

En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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