Reitender Artillerist.
Lithografie,
handsig. u.r., bez. "Probedruck",
26,8x21,5 cm
Blatt minim stockfleckig, mit Lichtrand.
Verso Stpl. für Botho-Graef Stiftung, Jena.
Dube 1980 S. 144, Nr. 300. Dat. 1915.
Bereits während seiner Ausbildung zum Architekten begann Ernst Ludwig Kirchner mit seinem grafischen Werk, dem er sich nach Erhalt des Diploms vollständig widmete. Im Anschluss an seine Studienjahre, die er unter anderem an der Debschitz-Schule in München verbrachte, gründete er 1905 in Dresden zusammen mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft "Die Brücke", die sich 1913 nach einem Streit auflöste. Der bisher impressionistisch beeinflusste Maler entwickelte während dieser frühen Schaffensphase einen expressionistischen Malstil. Seine bevorzugten Motive waren Akte, Porträts, Zirkus- und Bühnenszenen. In seinen Bildern äusserte sich der Kontrast zwischen Landschaft und Grossstadt in zackigeren Formen, nervöseren Strichen und einer geringeren Leuchtkraft der Farben. Als neues Motiv tauchten Strassenszenen in seinem Werk auf. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Kirchner als Freiwilliger und wurde Fahrer bei einem Artillerieregiment. Bereits nach wenigen Monaten ertrug er den Drill nicht mehr und wurde infolge eines Nervenzusammenbruchs beurlaubt. Durch die Behandlung wurde Kirchner von Medikamenten abhängig. Als die psychologische Betreuung keinen nennenswerten Erfolg brachte, zog Kirchner 1917 nach Davos, wo er sich mit Hilfe von Dr. Lucius Spengler und dessen Frau langsam erholte.
| Estimation | CHF | 18'000 |
| EUR | 19'780 | |
| USD | 22'500 | |
| Adjugé | CHF | 22'000 |
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