Initiale L.
Collage und Tuschfeder- bzw. Tuschpinsel-Zeichnung,
sig. u.r.,
13x11 cm, gerahmt
Literatur: Sigrid und Günter Metken/Werner Spies, Max Ernst. Werke 1954-1963, Köln, 1998, S. 184, Nr. 3404.
1909 begann Ernst ein Studium der Altphilologie in Bonn, wurde zum Kriegsdienst eingezogen und kehrte erst 1918 nach Köln zurück, wo er mit Hans Arp eine Dada-Gruppe gründete. Sofort beginnt er mit Übermalungen, Drucken und Collagen. In Paris stellte er diese 1921 aus, ein Jahr später schloss er sich den Surrealisten um André Breton an. Er entwickelte mit der Frottage eine neue künstlerische Technik und brachte das Zufallsprinzip in den künstlerischen Prozess ein. Er schuf in verschiedenen Techniken ein überbordendes Werk mit biomorphen Motiven, die er in surrealistische Bildkompositionen von verblüffender Plastizität integrierte. Er arbeitete mit Bunuel und mit Dali zusammen und war ein wichtiger Vertreter der surrealistischen Bewegung, bis es 1939 zum Bruch kam. Als Deutscher zuerst interniert, konnte er 1941 in die USA emigrieren. Dort begann er mit einem plastischen Werk, kehrte 1953 trotz grosser Anerkennung nach Frankreich zurück. Im New Yorker Museum of Modern Art wurde ihm 1961 eine grosse Austellung eingerichtet.
Ernst hat 1958 von verschiedenen Grossbuchstaben Einzelporträts gemacht und zum Teil variiert. Bei der vorliegenden, grosszügig gestalteten Majuskel hat er biomorphe Formen hinzugefügt und ein Beispiel seiner malerischen Fabulierlust gegeben.
| Estimation | CHF | 16'000 |
| EUR | 17'582 | |
| USD | 20'000 | |
| Adjugé | CHF | 16'000 |
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