"La maison de Vincent van Gogh".
Öl und Bleistift auf Mkt.,
sig. u.l, betitelt o.l., verso a. Etikette bez. "Haus ...
Gogh in Arles", 59,5x79,5 cm
Provenienz: Privatbesitz Schweiz.
Das angebotene Gemälde ist registriert vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändiges Werk von Varlin (Willy Guggenheim) (Archiv-Nr. 51′374).
Literatur: Irene Meier, in Du, 1988, Nr. 5, S. 51 (mit ganzseitiger Abbildung); Patrizia Guggenheim/Paola Tedeschi-Pellanda, Varlin. Werkverzeichnis der Bilder, Zürich-Frankfurt/Main 2000, Bd. 2, S. 60, Nr. 244 (mit Abbildung).
Nach dem Abschluss einer Lithografenlehre besuchte Willy Guggenheim 1919-21 die Kunstgewerbeschule St. Gallen. Dann siedelte er nach Berlin über und wurde an der Staatlichen Kunstgewerbeschule Schüler von Emil Orlik. 1923-32 lebte er in Paris, wo er die Académie Julian (1923), die Académie André Lhote (1923-1926) und die Académie de la Grande Chaumière besuchte. 1930 lernte er den Kunsthändler Zborowski kennen, der ihn unter Vertrag nahm, ihm ein Atelier vermittelte und den Künstlernamen Varlin gab. Nach dem Tod Zborowskis kehrte Varlin in die Schweiz zurück und liess sich in Zürich nieder. Sein zum Aussenseitertum neigendes Wesen, das ihn nur zögernd Freundschaft zu anderen Künstlern schliessen liess, spiegelt sich auch in der stilistischen Eigenart seines Werkes, das einen Sonderfall in der schweizerischen und europäischen Malerei des 20. Jahrhunderts darstellt und sich in keine der grossen Kunstströmungen vollständig einfügen lässt. Seine Bilder sind figurativ, behandeln unspektakuläre Sujets und sind in einem realistisch-expressiven Stil gestaltet, der im Vergleich zu den kühnen formalen Experimenten seiner Zeitgenossen fast schon konservative Züge besitzt. Varlin wurde daher lange von der Forschung übersehen. Erst in jüngerer Zeit hat man in ihm einen Künstler erkannt, der Lebensgefühl und Alltag, Stimmungen und Erwartungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eindringliche Weise festhielt und dessen Werk als Psychogramm des modernen Menschen zu lesen ist.
Varlin hat das berühmte, von vielen Künstlern wie ein Wallfahrtsort besuchte, ehemals gelb gestrichene Wohnhaus des holländischen Malers im vorliegenden Gemälde frontal wiedergegeben, sechs Jahre vor dessen Zerstörung im Krieg. Es ist die grösste von drei Versionen gleichen Sujets.
| Estimation | CHF | 45'000 |
| EUR | 49'450 | |
| USD | 56'250 | |
| Adjugé | CHF | 60'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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