Gekreuzigte Madonna.
Öl auf Papier, auf Hpl.,
sig. u. dat. 1958 u.l., Künstler-Zeichen, mgr. u. dat.
(19)61 u.r., 57x46 cm
Ausstellungen: Kurt Fahrner og hans kunst, Galerie Jylland Aarhus, 7. - 16. April 1962; Kurt Fahrner, Kunststudstillingsbygningen Odense, 2. - 8. Mai 1962; Kurt Fahrner/Shinto Bérénice, Villa Missionsstrasse 8 Basel, 22. Mai - 14. Juni 1965.
Literatur: Diana Fahrner/Markus Wildi, Kurt Fahrner. Das gesamte Werk, Basel 1998, S. 16.
Nach einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre in Basel, Erfahrungen als Schiffsjunge in Südamerika und Kontakten zu jungen Trotzkisten begann Kurt Fahrner 1952 in Paris auf Anregung von Jaqueline Chardon-Lejeune seine künstlerische Tätigkeit. Zurück in seiner Heimatstadt löste er mit dem "Bild einer gekreuzigten Frau unserer Zeit" einen Sittlichkeitsskandal aus. Das öffentlich zur Schau gestellte Werk wurde konfisziert und Fahrner gebüsst. Er ging ins freiwillige Exil nach Frankreich und nach Dänemark, der Heimat seiner Frau Ingrid Frederiksen. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde er mit dem Eidgenössischen Kunststipendium bedacht und an die Biennale de Paris eingeladen. Von der Stadt Basel erhielt er mehrere Stipendien und einen Auftrag des Kunstkredits, der jedoch aufgrund öffentlichen Widerstands nicht realisiert wurde. Kurt Fahrner galt zu Lebzeiten als ein Vorläufer der Hippies, als Nonkonformist und Vertreter der Protestgeneration.
Beim vorliegenden Gemälde greift Fahrner nur ein Jahr nach dem Skandal das Thema seines Werks "Bild einer gekreuzigten Frau unserer Zeit" erneut auf. Es ist eine der ganz wenigen Paraphrasen in seinem Werk.
| Estimation | CHF | 6'000 |
| EUR | 6'593 | |
| USD | 7'500 | |
| Adjugé | CHF | 8'800 |
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