Männlicher Akt im Wald.
Öl auf Lwd.,
sig. u. dat. (19)07 u.r.,
104x107 cm
Victor Surbek, der als Sohn eines Arztes seit 1893 in Bern aufwuchs, besuchte zunächst das Literaturgymnasium, anschliessend Mal- und Zeichenkurse an der Gewerbeschule. 1904-1908 studierte er jeweils für zwei Jahre an den Kunstgewerbeschulen von München und Karlsruhe sowie 1909-1911 in Paris. 1914 heiratete er die Malerin Marguerite Frey. Mit ihr leitete er 1915-1931 eine eigene Malschule in Bern. Während des Sommers lebte und arbeitete das Paar meistens im elterlichen Landhaus in Iseltwald am Brienzersee. Ausgehend vom Stil Ferdinand Hodlers und einer erdig-tonigen Farbgebung gelangte er in den 1920er Jahren zu einem eigenen, von zeichnerischen Werten geprägten flächigen Stil. Das zunächst eher gedämpfte Kolorit machte zunehmend einer leuchtenden, fein abgestuften Farbigkeit Platz, und im Spätwerk löste sich auch die bis dahin charakteristische strenge Umrisslinie auf. Zu den wichtigsten Themen in Surbeks umfangreichem Werk, das neben Ölgemälden auch Zeichnungen und Druckgrafik umfasst, zählen Landschaften und Ansichten von Bern.
Das hier vorgelegte, während Victor Surbeks Karlsruher Studienzeit entstandene Frühwerk stellt einen jungen Mann dar, der nackt und mit ausgebreiteten Armen mitten in einer herbstlichen Waldlichtung steht. Thematik und Malstil sind unverkennbar vom Symbolismus und Ferdinand Hodler geprägt. Die Rückbesinnung des Menschen auf die Natur, das Aufkommen der Freikörper-Kultur und des modernen Tanzes waren in der Philosophie und Kunst des aufgehenden 20. Jahrhunderts äusserst präsent.
| Estimation | CHF | 28'000 |
| EUR | 30'769 | |
| USD | 35'000 | |
| Adjugé | CHF | 18'000 |
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